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Zölibat - ein Verstoß gegen die Naturordnung?

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Der Zölibat Priesterweihe und Zölibat

Gottgeweihte Lebensform – oder schwerer Verstoß gegen die Naturordnung?

Zahllose Menschen sind extrem autoritätsgläubig oder gar -hörig. Befinden sie sich von Kindheit an in einem bestimmten Denk- oder Glaubenssystem mit niedergelegten Schriften, so werden sie diese meist kritiklos als gegeben annehmen, mit dem genau betrachtet nichtssagenden Argument: „So steht es geschrieben ...“ oder „So habe ich es gelernt.“ Besonders in religiösen Vereinigungen ist dieses Phänomen regelmäßig und in großer Stärke anzutreffen! Nur ganz wenige Menschen haben den Mut und schaffen es, diesen Schriften inhaltlich zu besserem Verstehen nahezutreten und vor allem deren Entstehungsgeschichte einmal gründlich zu untersuchen. Doch was hindert uns daran? Spüren wir nicht deutlich, dass wirkliche Wahrheit diesen Untersuchungen problemlos standhalten würde, während vieles von unweisen Menschen und unklaren Quellen einschränkend Hinzugefügte dann ausgeschieden werden könnte? Mit anderen Worten: Wäre es nicht die Chance, sprichwörtlich „die Spreu vom Weizen zu trennen“? Wie steht es in dieser Hinsicht mit der Verpflichtung zum Zölibat, also dem Eheverbot für Priester in einer der größten Religionsgemeinschaften dieser Erde?

Ein Hauptmerkmal wirklicher Wahrheit ist ihre Einfachheit! Gehen wir klaren, unverfälschten Sinnes an eine Sache heran, stellen wir die richtigen Fragen und treffen einfache, logische Schlussfolgerungen, so kann es leicht geschehen, dass hochkomplexe Gedankengebäude selbst „altehrwürdiger“ Institutionen schnell wie ein Kartenhaus zusammenbrechen. Doch genau das verlangt Derjenige, auf den sie sich berufen und als dessen Nachfolger sie sich darstellen: „Wahrlich ich sage euch: Es sei denn, daß ihr umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.“ (Mt 18,3)


Zölibat und Bibel

Und so schauen wir uns einmal den Zölibat an, der gerade in jüngster Zeit aufgrund sich extrem häufender Fälle von Kindesmissbrauch, die ans Tageslicht treten, allmählich unter Druck gerät und in Frage gestellt wird. Denn auffallend ist es, dass die Missbrauchszahlen gerade in zölibatären Organisationen außergewöhnlich hoch sind und dass daher ein triftiger Grund dafür anzunehmen ist!

Begründet wird der Zölibat in erster Linie mit folgenden Bibelstellen, die Jesus zugeschrieben werden:

„Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.“ (Lk 14,26 EU)

„Nicht alle können dieses Wort erfassen, sondern nur die, denen es gegeben ist. Denn es ist so: manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht und manche haben sich selbst dazu gemacht – um des Himmelreiches willen.“  (Mt 19,12 EU)

Aus keiner der beiden Aussagen lässt sich mit irgendeiner Berechtigung ein eheloses Leben ableiten, ohne sie gewaltsam aus dem Zusammenhang zu reißen! Geht es um die Jüngerschaft im Dienste von Jesus, so dürfte es selbstverständlich sein, dass jeder angehende Jünger sich so weit von allen familiären Bindungen freimachen musste, dass diese ihn nicht immer wieder von seinem selbstgewählten Dienst zur Unterstützung von Christi Mission abziehen konnten. Und da Christus auf die geistig tiefgesunkene Erde kam, befand er sich in äußerst gefährlicher Mission, wie seine abschließende Kreuzigung es kaum eindrücklicher beweisen konnte! Somit war auch für seine Jünger Mut und Selbstaufgabe Grundbedingung, wenn er sich wirklich auf sie verlassen können sollte.

Jeden Priester einer klerikalen Organisation mit diesen Jüngern Jesu in Verbindung zu bringen und dann noch zusammenhanglos für Erstere ein eheloses, körperlich enthaltsames Leben damit zu begründen, darf wirklich als abenteuerlich angesehen werden! Ganz "nebenbei" sind in diesem Jesussatz noch Vater und Mutter, Kinder, Brüder und Schwestern, und das eigene Leben erwähnt, die ja alle mit einer Ehe überhaupt nicht in Zusammenhang stehen, was sehr deutlich dafür spricht, dass seine Aussage ganz anders gemeint sein muss.

Auch die zweite Aussage: „Nicht alle können dieses Wort erfassen, ...“ dürfte im Hinblick auf eine Zölibatsbegründung völlig aus dem Zusammenhang gerissen sein und lässt sich meines Erachtens auch nur dann verstehen, wenn man mit den Gesetzen der Wiedergeburt hinreichend vertraut ist, deren Kenntnis für Jesus selbstverständlich war. Denn durch lange Entwicklungswege hindurch sind die Menschen bekanntermaßen sehr, sehr verschieden, und aufgrund unseres freien Willens gibt es natürlich keine Eheverpflichtung, sondern es kann auch aus verschiedenen Gründen den Drang geben, ehelos zu leben. Diese sind dann „von Geburt an unfähig zur Ehe“, weil sie es für dieses Leben nicht möchten! Ebenso können vergangene, sehr problematische oder gar traumatische Erfahrungen dazu führen, dass „manche von den Menschen dazu gemacht“ sind, worunter auch ein Zwang fällt, wie es beispielsweise beim Zölibat der Fall sein kann. Und letztlich kann es auch so kommen, dass Menschen freiwillig „um des Himmelreiches willen“ auf eine Ehe verzichten möchten, weil dort ihre Priorität liegt und sie des weiteren eine Ehe definitiv nicht vermissen würden – was aber eher seltener der Fall sein dürfte. Auch kann damit nicht zwangsläufig verbunden sein, dass das Himmelreich Verheirateten automatisch versperrt ist, denn sonst wäre ja der größte Menschheitsteil von vornherein vom Paradies ausgeschlossen.

So weit meine persönliche Deutung dieses Jesussatzes, der vermutlich in diesem Sinne gemeint war, wahrscheinlich aber auch noch weitere Komponenten enthält.

Es ist darin auch ausdrücklich von „manchen“ die Rede, nicht von „vielen“ oder gar „allen“. Das ist leicht verständlich, da ja sonst keine irdische Fortpflanzung möglich wäre. In diesem Zusammenhang muss auch der gern angeführte Paulussatz: „Ich wünschte, alle Menschen wären [unverheiratet] wie ich. Doch jeder hat seine Gnadengabe von Gott, der eine so, der andere so.“  (1 Kor 7,7 EU) lediglich als persönliche und nicht konsequent durchdachte Meinung dieses Apostels angesehen werden! Wären „alle Menschen unverheiratet“, insbesondere die lichtstrebenden, so hätte es ja die natürliche Folge, dass sie aussterben würden, was nun wirklich nicht im Sinne Gottes sein dürfte, der uns diese Erde und viele irdische Leben zu Entwicklungszwecken geschenkt hat, wofür er ja unter anderem auch den Sexualtrieb in die Schöpfung gelegt hat! Schon kurz davor hat Paulus aber bereits seine Aussage relativiert: „Es ist gut für den Mann, keine Frau zu berühren. Wegen der Gefahr der Unzucht soll aber jeder seine Frau haben und jede soll ihren Mann haben.“  (1 Kor 7,1–2 EU).

Wir sehen also, dass bei näherer Betrachtung keine einzige dieser Stellen ein zölibatäres Leben von irgendeinem Menschen zwingend verlangt. Insbesondere Jesus würde niemals auf ein derart unvollkommenes Ansinnen kommen! Und wie wir gleich sehen werden, wurde der Zölibat auch erst weit über 1.000 Jahre nach Christus erstmalig verbindlich eingeführt!


Zölibat und Erbfolge

Es ist allgemein bekannt, dass insbesondere die größte zölibatäre Religionsgemeinschaft der Erde im Laufe ihrer langen Geschichte sagenhafte irdische Reichtümer angehäuft hat.

Dagegen wäre grundsätzlich nichts einzuwenden, wenn sie alle diese Mittel in aufbauender Weise einsetzen würde, um die wahre und reine Christuslehre in Bescheidenheit und Selbstlosigkeit weiterzuverbreiten, was ganz von selbst zu Geistesreichtum und Menschheitsglück führen würde! Denn nichts anderes liegt in der ursprünglichen Lehre Jesu. In mehreren Artikeln dieser Internetseite zum Themenkomplex Jesus von Nazareth habe ich allerdings dargelegt und ausführlich begründet, dass diese Verbreitung im Sinne des Gottessohnes niemals stattgefunden hat! Im Gegenteil: Durch sehr viel von Menschen Hinzugefügtes wurde Christi klare Lehre zunehmend verbogen und entstellt, und es zeigte sich, dass die allermeisten Kirchen in erster Linie am Ausbau ihrer Macht und ihres Einflusses interessiert waren, aber nicht am geistigen Dienste an der Menschheit im Sinne Gottes und Jesus.

Der Höhepunkt dieser falschen Bestrebungen fand im späten Mittelalter statt, als zahllose Menschen, die sich der Kirchenlehre nicht unterwerfen wollten, mit gnadenloser Brutalität verfolgt, gefoltert und auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Damit verstießen sie in schwerster Weise gegen die allen Menschen von Gott geschenkte Willensfreiheit, und dieses Handeln selbst war ein Hohn auf die von Jesus gebrachte Lehre der Liebe und Geistesfreiheit und stand ihr in schärfster Art entgegen.

Damit ist auch der Beweis erbracht, dass die sagenhaften Reichtümer für Eigenzwecke gesammelt wurden, aber nicht, um Gott damit zu dienen - und kaum ein Mensch wird sagen können, dass sich das bis heute grundlegend geändert hat.

So könnte auch das Zölibatsgebot in dieser Betrachtungsweise in anderem Licht erscheinen. Auf einer seriösen populärwissenschaftlichen Seite ist diesbezüglich zu lesen:

„Was mehr als tausend Jahre lediglich als Ideal galt, wurde im 12. Jahrhundert Kirchengesetz. Unter Papst Innozenz II. beschloss man 1139 auf dem zweiten Lateran-Konzil, den Zölibat für christliche Priester auf der ganzen Welt zur Pflicht zu machen. Bestehende Ehen von Geistlichen wurden für ungültig erklärt.

Die spirituelle Begründung für die Ehelosigkeit und Enthaltsamkeit lautete "um des Himmelreiches willen". Es gab aber auch weltliche Gründe: Die Kirchengüter sollten bewahrt und vermehrt werden. Schließlich vererbten verheiratete Priester ihren Besitz ihren Kindern. Das Hab und Gut alleinstehender Kleriker fiel dagegen nach deren Tod der Kirche zu.“ (planet-wissen.de)


Zölibat und Naturordnung

Gehen wir von der Existenz eines vollkommenen Gottes aus, was jeder gläubige Mensch ja sicher möchte oder wenigstens anstrebt, so landen wir früher oder später auch bei vielen Fragen zum wichtigen Thema „Sexualität und Geschlechterverhältnis“ - einem Bereich, der zahllosen Menschen Kopfzerbrechen macht und sehr oft in Ratlosigkeit, Zerrissenheit und oft großem Leiden mündet.

Insbesondere Millionen religiöser Menschen sehen sich in einem leidvollen Spannungsfeld zwischen dem Naturtrieb der „schmutzigen“ Sexualität und dem Streben nach einem „reinen“ Leben, das Gott „wohlgefällig“ ist.

Doch wirft das nicht unmittelbar die entscheidenden Fragen auf: Wie kann etwas, das Gott als Naturtrieb in die Schöpfung gelegt hat, von vornherein „schmutzig“ sein? Um so mehr, als das Weiterbestehen alles Lebens diesen Trieb bedingt – bei Menschen, im gesamten Tierreich und überwiegend bei den Pflanzen! Wie kommt es, dass wir die Sexualität bei Tieren als natürlich und „harmlos“ betrachten können, beim Menschen aber nicht … oder zumindest deutlich weniger?

Liebe-Sexualität versus Zölibat
Seelische Liebe, die üblicherweise die körperliche nach sich zieht. So liegt es in den Gesetzen der Natur!
Warum sollte Gott dieses große Geschenk denen verweigern, die ihm dienen möchten?

Weist andererseits die Körperanatomie bei Frau und Mann, das körperliche und seelische Wohlbefinden sowie das Empfinden eines wohltuenden Strahlungsaustausches nicht deutlich darauf hin, dass es bei der innigen Verschmelzung zweier Menschen um weit mehr geht als um die körperliche Fortpflanzung, und diese womöglich noch mit schlechtem Gewissen? Kann es nicht sein, dass nur wir Menschen, die wir praktisch alles erreichbare Gottgeschaffene angetastet und herabgezerrt haben, auch die Sexualität und dabei gleichzeitig uns selbst mehr oder weniger beschmutzt und entwürdigt haben? Ist es von daher nicht naheliegend, dass auch die Fortpflanzung grundsätzlich gottgefällig, natürlich und würdevoll erfolgen kann?

Ließe sich die letzte Frage nicht uneingeschränkt mit „ja“ beantworten, so hätten wir natürlich ein Problem und ein starkes Indiz für die Unvollkommenheit dieses großen Naturtriebes und damit für die Unvollkommenheit Gottes! Doch ist es nicht näherliegend zu vermuten, dass wir Menschen uns auch in diesem Bereich vom Richtigen und Natürlichen entfernt haben und deshalb wieder einen neuen Zugang dazu finden müssen, wollen wir frei und glücklich werden?


Zölibat und Sexualmoral

Wenn wir in irgendeiner Alltagsfrage ein Problem haben und Rat bei Mitmenschen suchen, wohin gehen wir? Doch vorzugsweise zu jemandem, der das Problem kennt, es vielleicht selbst hatte und aus eigener Erfahrung weiß, wie man es lösen kann! Ganz banal betrachtet würden wir niemals zu einem Estrichleger gehen, der keinerlei Erfahrung mit Elektrik hat und uns von diesem unsere Stromleitungen legen lassen, oder umgekehrt. Oder zu einem Landwirt, um uns von ihm als Anwalt vor Gericht vertreten zu lassen, und vieles mehr.

So ist es doch ausnahmslos … oder nicht? Tatsächlich nein! Ist es nicht seltsam, dass wir uns gerade in den elementaren Lebensfragen über den Sinn des Lebens, über unser Woher und Wohin, über Schicksal, Leben nach dem Tod und vieles mehr nach den Vorgaben richten, die die dafür „zuständigen“ Mitmenschen absolut nicht schlüssig beantworten können, sondern blinden Glauben ohne Zweifel verlangen – nur weil sie sich selbsternannt als „Gottesdiener“ bezeichnen! Die über Partnerschaft und Sexualität, über das oft komplizierte Geschlechterverhältnis urteilen und bestimmen, obwohl sie darin keinerlei eigene Erfahrung besitzen, sondern alleine leben (müssen). Ist das nicht völlig widersinnig?

Doch es geht noch weiter: Jedem psychologisch interessierten Menschen ist es aus der Literatur und aus eigener Erfahrung bekannt, dass alles, was wir in uns unterdrücken, immer stärker wird, uns einen immer verzweifelteren Kampf dagegen abverlangt und am Schluss sehr oft mit Macht hervorbricht und außer Kontrolle gerät! Das lässt sich naturgesetzmäßig sehr leicht begründen: Alles, womit wir uns gedanklich und empfindungsmäßig stark beschäftigen, zieht gleichartige Gedankenformen an und wird so immer stärker und energiegeladener – die Macht der Gedanken, die Macht des Schweigens! Ob wir wollen oder nicht, das jeweilige Thema wird immer mächtiger: seien es Angst, Habgier, Suizidgedanken … oder sexuelle Gedanken, die sich dann bis zur extremen, schwer kontrollierbaren und gierigen Triebhaftigkeit steigern können, und vieles mehr. Dasselbe gilt natürlich auch für Aufbauendes, Hilfreiches, das sich dann fördernd in ungeahnte Höhen steigern kann – aber in diesem Artikel geht es ja um die problematischen Auswirkungen.

Und so steigert sich ein unterdrückter Sexualtrieb oft zu großem Kampf und Leid, und er kann auch außer Kontrolle geraten und zu dem führen, was immer wieder von Zeit zu Zeit großes Thema ist: zum Missbrauch derjenigen, die untergeordnet, hilflos sind und sich nicht wehren können – in erster Linie Kinder.

Die ohne weiteres verständliche Reaktion der Öffentlichkeit darauf ist Empörung. Doch fahren wir nicht hundertmal besser damit, zu verstehen, wie derartige kollektive Entgleisungen überhaupt zustande kommen können, damit wir ihnen in Zukunft etwas entgegenzusetzen haben? Dass es sich nicht um Einzelfälle und Einzeltäter handelt, geht ja schon klar aus dem folgenden Artikel eines Nachrichtenportals hervor, der kircheninterne Studien behandelt, die auf öffentlichen Druck hin durchgeführt worden sind:

„Im Missbrauchsskandal der katholischen Kirche in Deutschland sollen sich auch mindestens 654 Mönche und Nonnen an Kindern, Heranwachsenden und Schutzbefohlenen vergangen haben. Eine am Mittwoch von der Deutschen Ordensoberenkonferenz in Bonn veröffentlichte Umfrage unter den Ordensgemeinschaften ergab, dass sich 1.412 Männer und Frauen als Missbrauchsopfer gemeldet hatten. (…) Die nun veröffentlichten Missbrauchsfälle kommen zu den bereits von der Deutschen Bischofskonferenz ermittelten Fällen hinzu. Laut einer 2018 ermittelten Studie vergingen sich mindestens 1.670 Priester und Diakone an mindestens 3.677 Kindern – zusammengerechnet gab es also mehr als 2.200 Täter und mehr als 5.000 Opfer im katholischen Raum. (…) Nach den Ergebnissen kam es in mindestens 22 Prozent der aus Nonnen bestehenden Frauenorden und in 69 Prozent der aus Mönchen bestehenden Männerorden zu Missbrauchsfällen.“ ( t-online.de)

Diese Zahlen führe ich nicht an, um anzuklagen oder die Empörung anzuheizen, sondern damit wir sehen können, dass dieses Phänomen sehr wahrscheinlich weit über dem allgemeinen Durchschnitt liegt. Es ist keine Frage, dass mit diesem Geschehen unendlich viel Leid verursacht und zahllose Menschen für ihr Leben geschädigt wurden, und selbstverständlich muss das für die Täter auch Konsequenzen haben. Aber viel dringender ist es, endlich die Ursache dieser Vergehen zu entlarven, ihr auf den Grund zu gehen und sie zu beseitigen! Denn gerade die außergewöhnlich große Häufung lässt stark vermuten, dass ein Systemfehler besteht, der sehr wahrscheinlich im Zölibat und seiner widernatürlichen Unterdrückung aller Sexualität zu suchen ist.

Gott hat den Sexualtrieb in die Schöpfung gelegt, und alles, was von Gott kommt, ist im Ursprung nützlich und hilfreich. Und dieser Trieb ist mächtig; niemand kann ihn unterdrücken, ohne schwerste Folgen zu riskieren. Nur wer freiwillig kein Bedürfnis nach ehelichen Zusammenleben verspürt, es also von innen heraus nicht möchte, der unterdrückt nicht. Aber auch dort ist es gut, selbst zu überprüfen, ob das Bedürfnis zum Allein-Leben vielleicht aus extrem schlechten Erfahrungen mit der Sexualität aus der Vergangenheit oder aus vergangenen Leben herrührt. Dann wäre Angst die treibende Kraft, die ja bekanntlich selten ein guter Ratgeber ist.

Für viele gilt eher: Wer sich gegen Gottes Geschenke und seine Naturordnung stellt, stellt sich damit auch gegen ihn selbst. Und die Kräfte, die in den Schöpfungsgesetzen liegen, sind weitaus stärker als jeder Menschenwille. Wirklich „Gottesdiener“ zu sein, heißt demnach, die Gesetze des Höchsten zu achten, sich in sie einzufügen und ihre Kraft damit zum größten Nutzen für alle aufbauend zu verwenden! Dieser Weg steht übrigens allen Menschen offen, nicht nur Klerikern. Nur Missachtung dieser Kräfte kann diese Auswüchse zum Vorschein bringen, die zur Zeit ans Tageslicht kommen.

Damit ergibt sich ganz von selbst, dass absolut nichts den widernatürlichen Zölibat rechtfertigen kann und dessen Abschaffung daher dringend geboten ist! Die Folge wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit das allmähliche Nachlassen der furchtbaren Missbrauchsskandale und eine weitaus größere seelische Harmonisierung zahlloser Menschen, die jetzt noch darunter leiden müssen, im Zeitraum weniger Jahrzehnte. --

Auch zu diesem Thema gibt es in der Gralsbotschaft, deren Wissen dieser Internetseite zugrunde liegt, wertvolle Hinweise im Hinblick auf die Sexualität und darauf, welchen Platz und Stellenwert sie in der Schöpfungsordnung hat. Für diesen Artikel möchte ich den Vortrag aufgreifen: „Ist geschlechtliche Enthaltsamkeit geistig fördernd?“, der im Folgenden ungekürzt wiedergegeben ist.

 "Wenn sich die Menschen erst von dem Irrtume der Vorzüge geschlechtlicher Enthaltsamkeit werden losgerungen haben, wird auch viel Unglück weniger sein. Erzwungene Enthaltsamkeit ist ein Übergriff, der sich bitter rächen kann.

  Die Gesetze in der ganzen Schöpfung zeigen doch deutlich genug den Weg, wohin man auch blickt. Unterdrückung ist widernatürlich. Alles Widernatürliche aber ist ein Aufbäumen gegen die natürlichen, also die göttlichen Gesetze, das wie in allen Dingen auch hierin keine guten Folgen bringen kann.

  Es wird nicht gerade in diesem einen Punkte eine Ausnahme gemacht. Nur darf sich der Mensch nicht von der geschlechtlichen Regung beherrschen lassen, darf sich nicht zum Sklaven seiner Triebe machen, sonst zieht er diese zur Leidenschaft groß, wodurch das Natürliche, Gesunde zum krankhaften Laster wird.

  Der Mensch soll darüber stehen, das heißt, nicht etwa Enthaltsamkeit erzwingen, sondern mit innerer, reiner Moral eine Kontrolle ausüben, damit ihm und anderen dadurch nicht Übel widerfahre.

  Wenn mancher Mensch wähnt, durch Enthaltsamkeit geistig höher zu kommen, so kann es ihm leicht geschehen, daß er damit gerade das Gegenteil erreicht. Je nach seiner Veranlagung wird er mehr oder weniger dauernd im Kampfe mit den natürlichen Trieben stehen. Dieser Kampf nimmt einen großen Teil seiner geistigen Kräfte in Anspruch, hält sie also im Bann, so daß sie anderweit sich nicht betätigen können. Somit ist eine freie Entfaltung der geistigen Kräfte gehindert. Ein solcher Mensch leidet zu Zeiten an einer drückenden Gemütsschwere, die ihn an einem inneren, frohen Aufschwunge hindert.

  Der Körper ist ein vom Schöpfer anvertrautes Gut, das der Mensch zu pflegen verpflichtet ist. Ebenso wie er sich dem Verlangen des Körpers nach Essen, Trinken, Ruhe und Schlaf, Blasen- und Darmentleerung nicht ungestraft enthalten kann, wie Mangel an frischer Luft und zu geringe Bewegung sich bald unangenehm fühlbar machen, so wird er auch nicht an dem gesunden Verlangen eines reifen Körpers zu geschlechtlicher Betätigung herumkünsteln können, ohne sich irgendeinen Schaden damit zuzufügen.

  Erfüllung des natürlichen Verlangens des Körpers kann das Innere des Menschen, also die Entwicklung des Geistigen, nur fördern, niemals hemmen, sonst würde es der Schöpfer nicht hineingelegt haben.

  Aber wie überall, so schadet auch hierin jede Übertreibung. Es muß scharf darauf geachtet werden, daß das Verlangen nicht etwa nur die Folge einer durch Lesen oder andere Ursache künstlich angeregten Phantasie, eines geschwächten Körpers oder überreizter Nerven ist. Es muß sich wirklich nur um die Forderung eines gesunden Körpers handeln, die durchaus nicht sehr oft an den Menschen herantritt.

  Das wird nur geschehen, wenn vorher zwischen beiden Geschlechtern bereits eine vollkommene geistige Harmonie eingesetzt hat, die zum Schluß manchmal auch einer körperlichen Vereinigung zustrebt.

  Alle anderen Ursachen sind für beide Teile entehrend und unrein, unsittlich, auch in der Ehe. Dort, wo die geistige Harmonie nicht vorhanden ist, wird die Fortsetzung einer Ehe zur unbedingten Unsittlichkeit.

  Wenn die gesellschaftliche Ordnung hierin noch keinen rechten Weg fand, so vermag dieser Mangel nichts an den Naturgesetzen zu ändern, die sich nach menschlichen Anordnungen und falsch erzogenen Begriffen niemals richten werden. Den Menschen dagegen wird nichts weiter übrig bleiben, als ihre staatlichen und gesellschaftlichen Einrichtungen zuletzt den Naturgesetzen, also den göttlichen Gesetzen, anzupassen, wenn sie wirklich inneren Frieden haben und gesunden wollen.Gralsbotschaft - SW-Artikel Zölibat

  Die geschlechtliche Enthaltsamkeit hat auch mit Keuschheit nichts zu tun. Enthaltsamkeit könnte höchstens in den Begriff »Züchtigkeit« eingereiht werden, von Zucht, Erziehung oder Selbstzucht abgeleitet.

  Unter wahrer Keuschheit ist die Reinheit der Gedanken zu verstehen, aber in allen Dingen, bis hinab zu den beruflichen Gedanken. Keuschheit ist eine rein geistige Eigenschaft, keine körperliche. Auch in der Erfüllung des Geschlechtstriebes kann die Keuschheit voll bewahrt werden durch gegenseitige Reinheit der Gedanken.

  Außerdem aber hat die körperliche Vereinigung nicht nur den Zeugungszweck, sondern es soll dabei der nicht minder wertvolle und notwendige Vorgang einer innigen Verschmelzung und eines Austausches gegenseitiger Fluide zu höherer Kraftentfaltung erfolgen."

(Gralsbotschaft, Bd. 2, Vortrag 14)



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