Musik, Schönheit und Aufstieg - Spirituelle Werte

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Musik, Schönheit und Aufstieg

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Musik, Schönheit und Aufstieg
 
Suchen wir einen einfachen Weg, um unser Leben nachhaltig zu verbessern, so kann die Musik unser bester Lehrmeister sein! Denn übertragen wir das, was die Musik von uns fordert, wenn sie schön klingen soll, auf unser sonstiges Leben, so finden wir ein und dieselben Gesetzmäßigkeiten.

Wenn von einem einfachen Weg die Rede ist, so betrifft das natürlich nur den Zugang dazu. Wie jeder Musiker weiß, erfordert ein schönes Musizieren viel Arbeit, Energie und Vorbereitung. Regelmäßiges Üben ist angesagt mit einer klaren Analyse der Schwierigkeiten, der Fehler und dem Antrainieren einer geeigneten Strategie, diese zu überwinden. Ebenso braucht es Schönheitssinn, um einen immer makelloseren Klang und musikalische Melodieführung zu entwickeln.

Übertragen gilt natürlich dasselbe! Jeder geistige, also spirituelle Weg bedingt ebenfalls eine intensive Arbeit an sich selbst, eine Bereitschaft, Fehler abzubauen und Schwierigkeiten zu überwinden.

Doch weshalb ist die Musik ein derart guter Lehrmeister? Nun, spielen wir schlecht oder falsch, so treten wir aus den Gesetzen der Musik heraus, also aus den Spielregeln im wahrsten Wortsinne. Dasselbe Ergebnis haben wir, wenn wir noch nicht so weit sind, die musikalischen Erfordernisse auch umsetzen zu können; immer leidet das musikalische Ergebnis darunter – die Musik klingt dann einfach nicht mehr schön!

Als Maßstab zum Vergleichen möchte ich die meiner Ansicht nach höchste und anspruchsvollste menschliche Musizierkunst nehmen: das klassische Sinfonieorchester und die tonalen Meisterwerke, beispielsweise von Bach, Händel, Mozart, Brahms, Debussy usw. Hier gibt es folgende wesentliche Grunderfordernisse:
 
 
1. Die Reinheit der Klänge

Fehlt es daran, so kommen mehr oder weniger starke Klang- und Tonhöhentrübungen hinein, die unangenehme Reibungen erzeugen und die schönsten Akkorde unsauber werden lassen. Damit ist deren Schönheit ruiniert. Im Extremfall kann dabei ein einziger Musiker das komplette Gesamtergebnis aller anderen, richtig spielenden Musiker zerstören.
 
Die Entsprechung: die Reinheit der Gedanken

Genauso ist es übertragen auf unser sonstiges Leben! Denn in der Sauberkeit unserer Einstellungen liegt für unseren inneren, geistigen Aufstieg der zentrale Schlüssel, und sie muss unbedingt bereits auf der gedanklichen Ebene beginnen! In ihr liegt letztlich der Entschluss, sich von allen Egoismen zu verabschieden, die ja stets auf Kosten der Mitmenschen gehen und diesen (Entfaltungs-) Möglichkeiten sowie Lebensfreude nehmen.

Eine nicht zu unterschätzende Hemmung unserer Mitmenschen liegt bereits in abwertenden Gedanken, in Neid, Misstrauen, Hass, Begehren, Habgier und vielem mehr. Auch Gedanken sind feinere Schwingungsmuster, die von uns ausgehen, und die, ähnlich wie in der Musik, große Störungen verursachen und einen harmonischen Fluss von Seele zu Seele unterbinden, wenn sie schädlicher Art sind.  
Die Folge ist ein gestörter Zugang zum Wesen unserer Mitmenschen, der zwar zum Schein durch Konventionen und geschickte Konversation überbrückt werden kann, der allerdings in Wirklichkeit nicht echt und auch nicht belastbar ist.

Entwickeln wir aber umgekehrt das Bedürfnis in uns, zu geben, also zu helfen, zu heilen und zu fördern, so tritt die umgekehrte Wirkung ein: Der Fluss von Seele zu Seele kommt wieder in Gang, es entstehen zunehmend gegenseitige Sympathie und Vertrauen, der erstarrte, von Konventionen geprägte Zugang zu anderen verschwindet und wird durch eine immer größere Lebendigkeit und Frische ersetzt. Ist es nicht das, was wir uns alle wünschen?
 
 
2. Übereinstimmung Eigenrhythmus - Gesamtrhythmus
 
Der Eigenrhythmus der einzelnen Spieler muss möglichst vollkommen mit dem Gesamtrhythmus des Orchesters übereinstimmen.
 
Tut er das nicht, so „kleckert“ die Musik. Töne, die zusammen erklingen müssten, kommen zeitlich versetzt und zerstören die Klarheit und die Wirkung des zugrunde liegenden Rhythmus. In schweren Fällen kann auch wieder ein einzelner Musiker alle anderen mehr oder weniger aus dem Gesamtrhythmus herauswerfen und große Störungen im Zusammenspiel verursachen.

Soll die Musik hochwertig werden, so ist es notwendig, dass sich alle Musiker in einen gemeinsamen Grundrhytmus begeben, um auch damit großartige musikalische Höhepunkte erzielen zu können!
 
 
Die Entsprechung: Einfügen in den Rhythmus der Schöpfung

In der Schöpfung ist alles in Bewegung, sie selbst hat einen harmonischen, gesunden Grundrhythmus, der auch uns selbst Gesundheit und Wohlbefinden bringt, wenn wir uns ihm anpassen.

Übertragen auf unser Leben bedeutet ein Einfügen in den fördernden Rhythmus der Gesetze des Lebens keine Gleichschaltung, sondern unser Bewegungsspielraum bleibt uns erhalten, ist groß und wächst sogar noch!

Es bedeutet lediglich, dass wir uns in einer gewissen, wohltuenden Demut als das kleine, aber trotzdem nicht unwichtige Rädchen im Weltengetriebe sehen, das wir sowieso sind, ob es uns nun gefällt oder nicht. Unsere Einsicht ist gefordert, zum Gelingen des Großen und Ganzen beizutragen und nicht durch trotzigen Eigensinn und Egoismen regelrecht Sand ins Getriebe zu werfen, dabei gleichzeitig auch noch das Tun der Mitmenschen zu hemmen, Störungen und Ärger zu verbreiten.

Der Nutzen dieses Einfügens liegt darin, dass wir selbst von einer höheren Entfaltung des Ganzen profitieren, uns Möglichkeiten eröffnen, die uns ansonsten durch das Nicht-erblühen-Können des Ganzen verwehrt bleiben müssten.

Nehmen wir ein einfaches Beispiel, den Straßenverkehr: Nur durch strenges Einfügen in seine Regeln haben wir gute Aussichten, unbeschadet ans Ziel zu kommen, damit aber auch die Möglichkeit, überhaupt problemlos an ein entferntes Ziel zu kommen. Durchbricht  auch nur ein Einzelner unter vielen tausend Menschen diese Regeln, wird es sofort lebensgefährlich. Würden sich aber nur 2 – 5% aller Verkehrsteilnehmer über wichtige Regeln hinwegsetzen, z. B. über das Rechtsfahrgebot, so müsste der Verkehr schlicht und einfach, wegen ungezählter Toter, eingestellt werden.
 
Das, was uns bei diesem Beispiel sofort einleuchtet, praktizieren wir im Hinblick auf unsere notwendige Einfügung in die Schöpfungsordnung aber leider in der Regel nicht, ziehen uns so Leid um Leid zu, Krankheiten, Unglück, ohne einen Blick auf die im Grunde leicht erkennbaren Ursachen zu werfen.

So ist uns mittlerweile sogar die Erkenntnis abhanden gekommen, dass alles Unglück dieser Welt gar nicht existieren würde, hätten wir es nicht durch falsche Einstellung selbst herbeigezogen, sondern wir schieben alles auf den sogenannten „Zufall“ , den es in der von uns gedachten Art überhaupt nicht gibt.
 
 
3. Die klangliche Balance
 
Die Lautstärke des Einzelnen im Orchester muss sowohl der Vorgabe des Komponisten als auch der aktuellen Wichtigkeit seines Instruments im Gesamtgefüge entsprechen.

Wird das nicht beachtet, so gehen wunderschöne Lautstärkekontraste und die Stimmenbalance verloren. Die Musik würde zum Einheitsbrei, Differenzierungen und Kontraste gingen verloren, laute und evtl. grobe Klänge würden sich durchsetzen und alles Feine und Zarte ersticken. Würden sich beispielsweise Trompeten und Posaunen bei einem Oboensolo nicht zurückhalten, so würde man von der Oboe einfach nichts mehr hören.
 
Auch hier geht es also wieder um das Einfügen in eine sinnvolle Ordnung zur Verschönerung und Steigerung des Ganzen.
 
 
Die Entsprechung: Das Finden seines passenden Platzes

Übertragen geht es hier um die richtige Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und deren förderndes Einbringen in die Gesellschaft zu deren, damit aber auch zum eigenen Wohle. Wie im Sinfonieorchester hat dabei der Bessere, Qualifiziertere in der Regel auch die wichtigeren und anspruchsvolleren Aufgaben. Doch es würde kein Orchester schön klingen können, wenn nicht auch die kollektiven Streicher- und die 2. und 3. Bläserstimmen vorhanden wären und qualitativ hochwertig gespielt würden. Durch das Gesamtergebnis einer schönen Musik, an der ausnahmslos jeder einen wichtigen Anteil hat, können alle Erfüllung und Selbstverwirklichung finden.

Deshalb ist es auch notwendig, dort neidlos zurücktreten zu können, wo andere Fähigkeiten zum Zuge kommen sollen, ähnlich, wie auch der beste Posaunist an den Stellen schweigen muss, an denen zarte, ätherische Harfen- oder Flötenklänge an der Reihe sind. Niemand kann alles selbst tun und kann so die Fähigkeit entwickeln, Werte und Können auch bei anderen zu sehen und zu schätzen.
 
 
4. Die Sehnsucht nach höchstmöglicher musikalischer Schönheit

Das eigentliche Geheimnis einer wunderschönen Musik liegt aber im Ahnungsvermögen der einzelnen Musiker, wie sie im Idealfall klingen könnte und in der gleichzeitigen Bereitschaft, alles zu tun, damit dieses Ideal Wirklichkeit werden kann.

Jeder Musiker eines klassischen Orchesters weiß, dass die schönsten Konzerte, die beeindruckendste Musik dann entsteht, wenn alle nur noch dem einen Ziele dienen, zu diesem Ergebnis beitragen zu können und zu dürfen. Der wichtigste Punkt ist dabei tatsächlich das selbstlose Dienen, das Verlangen, die musikalische Schönheit des Ganzen zu stützen und dabei alles zu tun, dass in das gemeinsame Spielen nicht die kleinste Trübung kommt – um der Sache willen! So bringt es die größte Kraftentfaltung und das Verschmelzen des Spielens aller Musiker zu einem gewaltigen, einheitlichen Organismus.
 
 
Die Entsprechung: Der Drang zur Vervollkommnung

Hier ist die Übertragung leicht – aber nur in der Theorie. In der Praxis stellt es uns vor die größte Herausforderung unseres Menschseins!
 
Wir ahnen alle, dass ein wirklich selbstloses Handeln aller Menschen uns schnell paradiesische Zustände bringen würde. Doch sehen wir das meist als unmöglich an, weil, unserer Meinung nach, die anderen Menschen in ihrer Art das verhindern.

Und darin liegt leider der entscheidende Fehler, der uns in unserer Entwicklung nicht weiterkommen lässt! Wir übersehen, dass wir nur uns selbst wirklich ändern können, nicht die anderen, und dass das jederzeit in unserer Macht liegt. Wir sträuben uns, selbst den Anfang zu machen, ohne Berechnung, ohne sofortige Lohnerwartung, ohne direkte Gegenleistung. Und damit bleibt jede Entwicklung des Großen unerfüllt, da die dazu notwendigen vielen kleinen Schritte unterbleiben.

Hierin liegt im Grunde für uns alle die Entscheidung unseres Lebens: Warten wir erst auf die anderen, damit diese die ersten Schritte tun, oder bemühen wir uns selbst um unsere Änderung – aus Liebe zur Sache und zu den Mitmenschen, aus Liebe zum Aufbau einer besseren Welt?
 
Ähnlich wäre es doch im Orchester: Spielen wir, genau so wie viele andere, falsch und warten darauf, dass die anderen endlich richtig spielen, bevor wir uns selbst drangeben? Oder schauen wir nicht auf die anderen und bemühen uns statt dessen, unsere eigene Musik in Ordnung zu bringen, damit einen durchaus wichtigen Beitrag zur Verschönerung zu leisten und auch automatisch ein Vorbild für die anderen zu sein? -
 
So lehrt uns die Musik das notwendige Einfügen in ihre Gesetze unmittelbar über das schöne oder hässliche Ergebnis! Sie klingt so, wie wir die Weichen dafür stellen!

Genauso ist es auch in der Welt: Alle Hässlichkeit ist das Ergebnis unserer falschen Weichenstellungen. Wollen wir wieder Schönheit haben, so kommen wir nicht darum herum, uns in die fünf großen Gesetze der Schöpfung wieder harmonisch einzufügen.

Doch das ist ein so wertvolles Ziel, dass sich jede Anstrengung dafür lohnt!
 
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