Zwiespalt Kopf-Herz - Spirituelle Werte

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Zwiespalt Kopf-Herz

SINNFRAGEN > Zwiespalt Kopf-Herz
Manuskript eines Vortrags von Paul Schmitt

Der Zwiespalt zwischen Kopf und Herz

Wege zur Lösung eines uralten Menschheitsproblems

Der  Zwiespalt zwischen Kopf und Herz! Wir bezeichnen damit den seit  Jahrhunderten, wenn nicht gar seit Jahrtausenden auftretenden Konflikt  zwischen unserem Denken und dem manchmal anderslautenden Empfinden.

Im  Zwiespalt sind wir, wie das Wort schon sagt, aus der Einheitlichkeit  herausgefallen und können erst wieder dorthin zurückfinden, wenn wir die  Ursache dieser Kluft gefunden haben. Und lebt nicht in uns allen mehr  oder weniger stark die Ahnung, daß es diese große Einheitlichkeit, die  an die Wahrheit angelehnt ist, gibt, die nach allen Seiten hin  folgerichtig ist und die Zwiespalt und Unfrieden erst gar nicht  aufkommen läßt? Wir haben sie allerdings mehr oder weniger verloren und  müssen sie wieder neu finden.

Schauen wir uns, meine Damen und  Herren, einmal eine Alltagssituation an: Sind wir mit irgendeinem  Mitmenschen häufig oder gar dauerhaft uneins, so sagt man: „Es knirscht  im Getriebe“. Das Zusammenleben und die Zusammenarbeit sind getrübt, und  wenn wir die Wahl haben, meiden wir den Kontakt mit diesem Menschen.

Ähnlich  ist es natürlich, wenn unser Kopf und unser Herz häufig uneins sind.  Wir fühlen uns aus dem Gleichgewicht gebracht, unsere innere Harmonie  ist dahin, wir spüren starke seelische Spannungen. Nur eines können wir  nicht: Wir können dieser Uneinigkeit nicht aus dem Weg gehen, denn das  Denken des Kopfes und das Empfinden des Herzens sind ja gleichzeitig in  uns. Deswegen wäre es natürlich ideal, wenn sich Kopf und Herz  miteinander gut vertragen würden, und aus diesem Grund streben wir ja  auch, nicht selten mit viel Mühe, eine Lösung dieses uralten  Menschheitsproblems an! -

Doch wo fangen wir bei der Problemlösung an? Genießt nicht gerade unser Verstand mit  die höchste Wertschätzung? Er kann Fakten wunderbar verarbeiten und sie  zu einem sinnvollen Ganzen kombinieren, Technik und Wissenschaft  voranbringen und uns zahllose Probleme lösen.

Streikt  beispielsweise unser Auto, so brauchen wir oder die Fachleute in der  Werkstatt zur Diagnose und Fehlerbehebung den analytischen Verstand.  Will unsere Firma nicht so recht laufen, so überlegen wir, welche  Maßnahmen den Umsatz wieder ankurbeln könnten. Haben wir Übergewicht und  wollen ein paar Pfunde loswerden, so hilft uns unser Verstand bei der  Analyse, welche „Kalorienbomben” wir besser vermeiden und wie unser  eventuelles Fitness-Programm gestaltet sein soll. Wollen wir ein Haus  bauen, so leistet unser Verstand bei der Aufstellung der Pläne, bei der  Bestellung geeigneter Firmen, bei der Kalkulation der Kosten und dem  Abschluß der entsprechenden Bankfinanzierung wertvolle Dienste.

Wäre  es also nicht unsinnig, diese wertvolle graue Hirnmasse irgendwie in  Frage stellen zu wollen? Kann sie uns vielleicht sogar alle unsere  Probleme lösen?

Doch halt: Da ist noch etwas anderes in uns,  etwas, das wir alle spüren, das nicht greifbar, sondern eher schwierig  zu erfassen ist, das manchmal logisch, manchmal unlogisch erscheint,  aber in einer überragenden Stärke ein Eigenleben führt: die Welt der Empfindungen,  der schönen und unschönen Gefühle, der Sehnsüchte, der Sympathien und  Antipathien, der Liebe, manchmal des Hasses und Neides und vieles mehr.

Könnten unsere Probleme also von dort herkommen anstatt vom Verstand? Manches spricht dafür, manches aber auch dagegen!

Denn  fällen wir nicht ab und zu Entscheidungen, wie man so schön sagt, „aus  dem Bauch heraus“, die scheinbar jeder plausiblen Vernunft  widersprechen, und sich am Schluß dann plötzlich als genau richtig  herausstellen?

Und spüren wir auf der anderen Seite nicht auch,  daß unser Verstand zwar sehr wichtig ist, aber daß es uns doch davor  grauen würde, unser ganzes Leben nur noch über den Kopf laufen zu  lassen? Dazu ist er zu kühl, er kann uns keine Wärme vermitteln und wir  würden ein Leben unter seiner alleinigen Herrschaft als kalt, steril und  tot empfinden.

Wir haben eine andere Seite der Medaille in uns,  den Ausdruck unserer Empfindungen, Gefühle und emotionale  Lebensbedürfnisse, also gleichnishaft gesagt: ein Herz, das auch leben will!

Dazu einige beispielhafte Fragen:

Wenn  wir eine Beziehungskrise haben, kann uns denn der Kopf dabei wirklich  helfen; oder ist es nicht vielmehr so, daß wir das Ganze auf einer  tieferen, seelischen Ebene durchleben und verarbeiten müssen?

Aber  auch umgekehrt: Hat beispielsweise das Frisch-verliebt-Sein irgend  etwas mit dem kühlen Verstand zu tun; oder merken wir nicht deutlich,  daß der Fluß der Liebe von Seele zu Seele geht; und daß dabei unsere  ganzen angelernten Kenntnisse, unser Wissensstand plötzlich ganz  unbedeutend werden?

Sind Sympathie und Zuneigung etwas, das sich mit geschickter Strategie kalkuliert herstellen läßt?

Hilft  es unserem kleinen Kind, das gerade über den gestorbenen Wellensittich  oder Hamster trauert, in seinem Kummer weiter, wenn wir ihm nüchtern  etwas über die durchschnittliche Lebenserwartung dieser Tiere oder  ähnliches erzählen?


 
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