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Allgemeinbesitz statt Privatbesitz

SOZIALES > Geld
Grund- und Bodenreform
 
Wie der Spekulation ein Ende bereitet werden könnte
 
Billionen von Euros sind vagabundierend zu reinen Spekulationszwecken auf dem Geldmarkt unterwegs. Geldanleger treiben in Ballungsgebieten damit auch die Preise für Grundstücke, Wohnungen, Häuser und die Mieten in astronomische Höhen. Erfahren Sie hier, wie sich diesem Treiben schnell und wirkungsvoll ein Ende setzen ließe.
 
Stellen Sie sich vor, Sie haben 10 Millionen Euro auf dem Konto. Damit wären Sie in den reichen westlichen Ländern keine Ausnahmeerscheinung, sondern einer von vielen Hunderttausend. Nun ja, mit 10 Millionen sind Sie eher noch ein kleiner Fisch – viele haben viel mehr. Trotzdem möchten Sie das Geld natürlich anlegen, Gewinn machen, eine hohe Sicherheit haben und damit das Risiko streuen.

Sehen Sie nun in München, Hamburg oder Frankfurt eine schön gelegene 3-Zimmer-Wohnung mit 120 qm für 1 Million Euro, nun, warum nicht kaufen! Die Wohnungsnot ist groß, die Wohnung ist wertbeständig und die Mieten aufgrund der Wohnungsnot hoch. Hat ein Mieter keine Wahl, muss er wohl oder übel bis an die Schmerzgrenze zahlen.

Finden Sie ein Baugrundstück in guter Lage, gilt dasselbe: es ist ein wunderbares Investitions- und Renditeobjekt, um aus ihren zehn Millionen elf zu machen, dann zwölf, usw.

Hand aufs Herz: Wer würde in dieser Situation anders handeln? Wohl die wenigsten! Deshalb bleibt bis auf weiteres das große Problem bestehen, dass auch auf dem Immobilienmarkt einschließlich der Baugrundstücke reich mit weniger reich konkurriert und kollidiert.

Nehmen wir das Beispiel oben: Auch eine kleine Familie mit gutverdienenden Eltern kann es sich nicht leisten, eine Million für ihre Wohnung aufzubringen. Sie mit Ihren 10 Millionen gewinnen immer, denn Sie belasten sich nicht mit einem Kredit, sondern zahlen sofort und kassieren sofort die Rendite, ohne ein spürbares Opfer zu bringen – denn neun Millionen haben Sie danach ja immer noch übrig. Die zehnte Million ist auch nicht weg, sondern lediglich durch die Wohnung gebunden und ließe sich jederzeit wieder „versilbern“.

Das setzt sich dann immer weiter nach unten fort: Mittel- und Alleinverdiener weichen den Besserverdienenden, bis schließlich Geringverdiener und wirklich Arme nicht mehr wissen, wie sie noch das Geld für ihr Wohnen aufbringen können. Und wo landet das Geld von diesen Millionen von Gering-, Mittel- und Besserverdienern? Nun, unter anderem bei Ihnen, damit Sie Ihre nächste Million auf dem Konto in Angriff nehmen können – es landet ausschließlich oben und verschärft die Kluft zwischen Arm und Reich!

Das Beispiel scheint etwas polemisch formuliert, doch es entspricht haargenau der Wirklichkeit in den reichen Staaten. Das Problem ist auch längst erkannt, doch die angestrebten Lösungsmaßnahmen gehen wieder einmal an der Ursache vorbei.

Soll sich daran etwas ändern, so gibt es nur eine wirkungsvolle Möglichkeit dazu, die aber natürlich vom Gesetzgeber in Angriff genommen werden müsste. Sie klingt radikal, ist es aber in Wirklichkeit nicht, da fast alle Nutznießer davon wären!

Was das Geld betrifft, so wäre eine Geldsystemreform nach dem Reformer Silvio Gesell, wie sie hier beschrieben ist, der beste Weg von allen. Damit einhergehen müsste aber gleichzeitig eine große Bodenreform, damit sich die Spekulationsgelder nicht noch mehr als jetzt auf Grund und Boden stürzen!

Die gesamte Erde und ihre Oberfläche ist ein Geschenk der Natur bzw. Gottes und gehört genau genommen nur dem, der sie erschaffen hat. Uns ist sie lediglich zur verantwortungsvollen und aufbauenden Nutzung überlassen, also nur geliehen! Mit etwas Abstand betrachtet ist es durchaus eine Anmaßung des Menschen, Teile davon als sein persönliches Eigentum zu betrachten, mit dem er machen kann, was er will. Die Erde ist also allen Menschen zu deren Nutzen geliehen, nicht geschenkt, und damit ist die Lösung auch in der Frage der Bodenspekulation meiner Ansicht nach ganz klar:

Alles Privateigentum an Grund und Boden muss durch ein Nutzungsrecht ersetzt werden! Der Boden selbst ist in die Obhut der Allgemeinheit zu übergeben!

Ein langlaufendes Nutzungsrecht würde bedeuten, dass sich für fast alle Menschen nichts ändert, denn sie nutzen das Grundstück, das ihnen gehörte, einfach genau so weiter wie bisher. Es ließe sich beispielsweise eine Nutzungdauer von 100 Jahren gesetzlich einrichten, die dann in der Regel auch wieder verlängert würde, wenn keine zwingenden Gründe dagegen sprächen. Es entspräche ziemlich genau dem Verhältnis von Kauf zu Miete: Boden könnte dann grundsätzlich nur noch - zu geringen Kosten - gemietet werden.

Natürlich müsste staatlicherseits ein vernünftiger und fairer Übergang geschaffen werden, damit in etlichen Fällen kein zu großer finanzieller Schaden entsteht. Auch hier verlangt das Naturgesetz des Ausgleichs, Entschädigungslösungen dort zu finden, wo es notwendig ist, bis die Überführung des Wohngrundes abgeschlossen ist.

Spekulanten wäre damit weitgehend die Grundlage entzogen, denn sie könnten das Grundstück nicht mehr miteinbeziehen, sondern nur noch das Gebäude an sich. Da vorwiegend nur noch das Gebäude samt dessen Unterhalt in die Mietpreisberechnung einfließen würde, könnten Mieten mittelfristig um bis zu 70% sinken. Ebenso wäre der Erwerb eines Hauses bei nur mäßigen Grundstückskosten viel leichter als jetzt.

Selbstverständlich hätten auch dann noch Grundstücke unterschiedlichen Wert und unterschiedliche Kosten, aber längst nicht in dem Ausmaß, wie wir es heute kennen. Außerdem flössen dann die Gelder des Erwerbs der Nutzungsrechte in die Staatskasse und könnten beispielsweise für einen gesteigerten sozialen Wohnungsbau genutzt werden.

Bei intelligentem Umgang mit diesem Verfahren würde sich die Wohnsituation ganz erheblich entspannen und auch dazu beitragen, dass die ständig steigende Kluft zwischen Arm und Reich wieder deutlich kleiner würde.


 
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