Gralsbotschaft - Der Schrei nach dem Helfer - Spirituelle Werte

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Gralsbotschaft - Der Schrei nach dem Helfer

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„Der Schrei nach dem Helfer“

Eine Einführung in den 2. Vortrag des Werkes „Im Lichte der Wahrheit“ von Abd-ru-shin (1875–1941)

Wir Menschen sind innerlich oft sehr gespalten! Auf der einen Seite leben wir in dem Bewusstsein eines hohen technischen Könnens, mit dem wir uns die Erde untertan gemacht haben. Unsere Wohnungen sind warm, bequem und trotzen Wind, Wetter und Kälte. Unsere Transportmittel bieten hohen Komfort, und sie werden immer sicherer und schneller. Mit dem Flugzeug bereisen wir in kurzer Zeit ferne Länder und Kontinente. Umfassende Informationen zu allem liefern uns zahlreiche Medien. So ließe sich die Liste unserer Errungenschaften noch ausgiebig weiterführen. Unser Verstand, der aus der Natur der Sache heraus für die Gestaltung und Verbesserung der irdischen Rahmenbedingungen zuständig ist, hat sich also in der Technik glänzend entfaltet und wirkliche Meisterleistungen hervorgebracht, so beispielsweise eine regelrechte Informations- und Kommunikationsrevolution durch Computer und Internet.

Doch andererseits hat unser Verstand bestimmte Fähigkeiten nicht aus sich heraus: Gotterkenntnis, Wertebewusstsein, Ethik, Moral, Empfindungsfähigkeit, Ausgleichsbestreben und vieles mehr. Hierfür brauchen wir einen bewussten, starken Geist, der die Entfaltung unseres Verstandes in vernünftige, aufbauende Bahnen leiten müsste sowie in der Lage ist, den Erhalt der Natur und das Gemeinwohl über das individuelle Wohl zu stellen – es aber leider im allgemeinen nicht tut!

So wird es im Großen meist achselzuckend als unabänderlich hingenommen, daß unsere Erde in unvorstellbarem Ausmaß geplündert, vergiftet und überlastet wird und dass die Art unseres Wirtschaftens weltweit enorme Instabilitäten und großes Leid über Milliarden von Menschen bringt. Weiterhin, dass elementare Menschenrechte in zahlreichen Staaten missachtet werden, was uns aber nicht davon abhält, munter Geschäfte mit diesen Regimes zu tätigen.

Im Kleinen stört es uns mehrheitlich nicht sehr, dass unser Auto im Durchschnitt siebenmal soviel verbraucht, wie es technisch machbar wäre, und dass diese Verschwendung wie selbstverständlich als Tribut an unseren persönlichen Status anerkannt wird. Dass auch unser Energieverbrauch und unsere Stromerzeugung den Planeten in gefährlichem Maße aufheizen und lebensbedrohlichen Atommüll für eine Million Jahre hinterlassen. Dass viele zehntausend Menschen täglich verhungern müssen, während wir im Wohlstand leben und mit wertvollen Lebensmitteln unseren Autotank füllen – und vieles mehr!

Weiterhin wollen wir meist nicht wahrhaben, wie Millionen von Menschen, besonders die jungen, in den virtuellen Scheinwelten von Computer und Internet versinken und dabei den Naturbezug, also eine wesentliche Grundlage gesunden Lebens, verlieren. –

Wir Menschen steuern deshalb auf eine gewaltige Krise zu, weil die Instanz, die allein in der Lage ist, unser verstandesmäßiges Handeln sinnvoll zu steuern, der Geist, zu schwach ist, um sich gegen das egoistische, auf Bequemlichkeit und Eigennutz ausgerichtete Streben unseres Verstandes durchsetzen zu können.

Doch das ist noch nicht alles: Je mehr wir unseren Verstand alleine herrschen lassen, desto großartiger kommen wir uns vor. Seien wir ehrlich: Betrachten wir uns mit unseren Fähigkeiten nicht als die Krone der Schöpfung? Als die Menschengeneration, die gerade im Zenit ihres Könnens steht und die „unterentwickelten“ Generationen vor uns um Längen überragt? Und das, obwohl die Auswirkungen unseres großen Versagens unübersehbar geworden sind, obwohl wir im Begriff sind, als die dümmste aller denkbaren Handlungen unsere Lebensgrundlagen zu zerstören! Auch die Fähigkeit der Gotterkenntnis, die bei einer wirklich fortgeschrittenen Menschheit selbstverständlich vorhanden wäre, dürfte noch nie so gering entwickelt gewesen sein wie gerade in der Jetztzeit!

Kurz gesagt: Wir sind seelisch-geistig in höchstem Maße hilfsbedürftig – ohne dass uns dies im allgemeinen bewußt ist. Nur in besonderen, klareren Momenten dringt unsere innere Stimme noch manchmal durch, und wir ersehnen uns einen Helfer, eine klare Wegweisung durch das Chaos der Jetztzeit. Gleichzeitig lassen wir es jedoch zu, daß unser Verstand immer wieder „dazwischenfunkt“. Dadurch entsteht ein unheilvolles Gebräu, das selbst den Menschen noch zu schaffen macht, die diese Wegweisung eigentlich ersehnen. Diese Situation beschreibt der zweite Vortrag der Gralsbotschaft:

  „Sehen wir uns einmal alle Menschen näher an, die heute ganz besonders lebhaft einen geistigen Helfer suchen, die innerlich gehoben ihn erwarten. Nach ihrer Meinung sind sie selbst schon geistig gründlich vorbereitet, ihn zu erkennen und sein Wort zu hören!

  Was wir bei ruhiger Betrachtung sehen, sind sehr viele Spaltungen. Die Sendung Christi hat zum Beispiel auf so viele Menschen sonderbar gewirkt. Sie schufen sich ein falsches Bild davon. Ursache dazu war, wie üblich, unrichtige Selbsteinschätzung, Überhebung.

  An Stelle der früheren Ehrfurcht und Bewahrung einer selbstverständlichen Kluft und scharfer Abgrenzung zu ihrem Gott ist auf der einen Seite winselndes Betteln getreten, das immer nur empfangen, um keinen Preis aber selbst etwas dabei tun will. Das ,bete' nahmen sie wohl auf, aber daß dabei noch ,und arbeite' vorhanden ist, ,arbeite an Dir selbst', das wollen sie nicht wissen.

  Auf der anderen Seite wieder glaubt man so selbständig zu sein, so unabhängig, daß man alles selbst tun kann und mit einiger Mühe sogar göttlich wird.

  Es gibt auch viele Menschen, die nur fordern und erwarten, daß Gott ihnen nachzulaufen hat. Da er ja schon einmal seinen Sohn sandte, lieferte er damit den Beweis dafür, wie sehr ihm daran gelegen ist, daß die Menschheit sich ihm nähert, ja, daß er sie wahrscheinlich sogar braucht!

  Wohin man blickt, dort ist in allem nur noch Anmaßung zu finden, keine Demut. Es fehlt die rechte Selbsteinschätzung. –

  In erster Linie wird notwendig, daß der Mensch heruntersteigt von seiner künstlichen Höhe, um wirklich Mensch sein zu können, um als solcher seinen Aufstieg zu beginnen.

  Er sitzt heute am Fuße des Berges geistig aufgeblasen auf einem Baume, anstatt mit beiden Füßen fest und sicher auf dem Erdboden zu stehen. Deshalb wird er auch nie den Berg ersteigen können, wenn er nicht vorher von dem Baume herunterklettert oder stürzt.

  Unterdessen sind aber dann wahrscheinlich alle die, welche ruhig und vernünftig auf der Erde unter seinem Baume ihren Weg schritten und auf die er hochmütig herabsah, oben auf dem Gipfel angekommen.

  Aber das Geschehen kommt ihm dabei zu Hilfe; denn der Baum wird stürzen, in ganz naher Zeit. Vielleicht besinnt sich dann der Mensch noch einmal eines Besseren, wenn er so unsanft von schwankender Höhe auf den Boden kommt. Dann ist es aber für ihn die allerhöchste Zeit, nicht eine Stunde bleibt ihm dabei zu versäumen übrig.

  Jetzt denken viele, daß es in dem Schlendrian so weitergehen kann, wie es Jahrtausende gegangen ist. Breit und behaglich sitzen sie in ihren Sesseln und erwarten einen starken Helfer.

  Doch wie stellen sie sich diesen Helfer vor! Es ist tatsächlich zum Erbarmen.

  In erster Linie erwarten sie von ihm oder, sagen wir nur ganz richtig, fordern sie von ihm, daß er einem jeden einzelnen dessen Weg empor zum Licht bereitet! Er hat sich zu bemühen, Brücken für die Anhänger jeder Konfession nach dem Wege der Wahrheit zu schlagen! Er hat es so leicht und verständlich zu machen, daß es ein jeder mühelos verstehen kann. Seine Worte müssen so gewählt sein, daß deren Richtigkeit groß und klein aller Stände ohne weiteres überzeugt.

  Sobald der Mensch sich selbst dabei bemühen und selbst denken muß, dann ist es nicht ein rechter Helfer. Denn wenn er berufen ist, durch sein Wort führend den rechten Weg zu zeigen, so muß er sich natürlich auch um die Menschen bemühen. Seine Sache ist es, die Menschen zu überzeugen, zu erwecken! Christus ließ ja auch sein Leben.

  Die heute also denken, und es sind viele, die dazu gehören, die brauchen sich nicht erst zu bemühen, denn sie gleichen den törichten Jungfrauen, gehen dem 'Zu spät' entgegen!

  Der Helfer weckt sie sicher nicht, sondern wird sie ganz ruhig weiterschlafen lassen, bis das Tor geschlossen ist und sie nicht Einlaß finden können in das Licht, da sie sich nicht zu rechter Zeit aus dem Bereich der Stofflichkeit befreien können, wozu das Wort des Helfers ihnen den Weg wies.

  Denn der Mensch ist nicht so wertvoll, wie er es sich eingebildet hat. Gott braucht ihn nicht, er aber seinen Gott!

  Da die Menschheit in ihrem sogenannten Fortschritt heute nicht mehr weiß, was sie eigentlich will, wird sie endlich erfahren müssen, was sie soll!

  Die Sorte Menschen wird suchend und auch überlegen kritisierend vorübergehen, wie auch so viele damals schon an dem vorübergingen, auf dessen Kommen alles durch die Offenbarungen schon vorbereitet war.

  Wie kann man einen geistigen Helfer so sich denken!

  Er wird der Menschheit keinen Fußbreit irgendwelche Konzessionen machen und fordern überall, wo man erwartet, daß er gibt!

  Der Mensch jedoch, der ernsthaft denken kann, der wird sofort erkennen, daß gerade in dem strengen, rücksichtslosen Fordern eines aufmerksamen Denkens das Beste liegt, was die so tief in ihre Geistesträgheit schon verstrickte Menschheit zur Errettung braucht! Gerade damit, daß ein Helfer für das Verstehen seiner Worte von vornherein geistige Regsamkeit verlangt und ernstes Wollen, Sichbemühen, trennt er spielend Spreu von Weizen schon bei dem Beginn. Es liegt darin ein selbsttätiges Wirken, wie es in den göttlichen Gesetzen ist. Es wird den Menschen auch hierin genau nach dem, wie sie es wirklich wollen. –“



Gerade im letzten Satz liegt für uns Menschen, die wir einen freien Willen haben, die größte Herausforderung! Denn auch hier müssen wir grundehrlich die Wirklichkeit betrachten, und diese sagt uns klar, daß wir uns für eine echte Hilfe öffnen, die darin enthaltene Logik akzeptieren und uns schließlich danach richten müssen. Das bedeutet, daß wir uns in vielem ändern müssen – und eigene Vorstellungen oder Erwartungen gründlich hinterfragen. In dem Vortrag „Der Schrei nach dem Helfer“ heißt es daher weiter:


  „Nun gibt es aber auch noch eine Sorte Menschen, die sich ganz besonders rege dünken!

  Diese haben sich von einem Helfer natürlich ein ganz anderes Bild entworfen, wie man aus Berichten lesen kann. Es ist jedoch nicht weniger grotesk; denn sie erwarten darin einen … Geistesakrobaten!

  Es wird ja sowieso von Tausenden schon angenommen, daß Hellsehen und Hellhören, Hellempfinden usw. großer Fortschritt wäre, der es in Wirklichkeit jedoch nicht ist. Derartiges Angelernte, Großgezogene, sogar das als Begabung Mitgebrachte, kann sich niemals über diesen Erdenbann erheben, bewegt sich also nur in niederen Grenzen, die auf Höhe niemals Anspruch machen können und deshalb ziemlich wertlos sind.

  Will man der Menschheit etwa damit zum Aufstiege verhelfen, wenn man ihr die gleichstufigen feinstofflichen Dinge zeigt oder sie sehen, hören lehrt?

  Dies hat mit eigentlichem Aufstiege des Geistes nichts zu tun. Ebensowenig Zweck für irdisches Geschehen! Es sind geistige Kunststückchen, nichts weiter, für Einzelmenschen interessant, für die gesamte Menschheit aber ohne jeden Wert!“


Vor „Geistesakrobatik“ und okkulter Schulung wird in der Gralsbotschaft von Beginn an gewarnt. Denn wahrer geistiger Aufstieg liegt nicht in der Erlangung bestimmter Fähigkeiten oder in der Demonstration, „erhaben“ über den physischen Körper zu sein:


  „Laßt solchen Menschen die geistigen Clowns! Sie werden bald genug erleben, wohin solches führt! Sie wissen auch nicht, was sie eigentlich damit erstreben. Sie wähnen: Groß ist nur der, dessen Geist den Körper so beherrscht, daß dieser Krankheit nicht mehr kennt!

  Jede derartige Ausbildung ist einseitig, und Einseitigkeit bringt nur Ungesundes, Krankes! Es wird mit diesen Dingen nicht der Geist gestärkt, sondern der Körper nur geschwächt! Das notwendige Gleichmaß für gesunde Harmonie zwischen dem Körper und dem Geiste wird verschoben, und das Ende ist, daß sich zuletzt ein solcher Geist viel früher loslöst von dem mißhandelten Körper, der für ihn nicht mehr die kraftvolle, gesunde Resonanz gewähren kann für irdisches Erleben. Dieses aber fehlt dem Geiste dann, und er kommt unreif in das Jenseits. Er wird sein Erdensein noch einmal leben müssen. […]

  Will ein Mensch eine Krankheit unterdrücken, so muß er geistig den Druck einer Ekstase auf den Körper herbeiführen, ähnlich wie im Kleinen Furcht vor dem Zahnarzt die Schmerzen verdrängen kann.

  Solch hohe Erregungszustände hält ein Körper ungefährdet wohl einmal, vielleicht auch mehrere Male aus, aber nicht für die Dauer, ohne ernsthaft Schaden zu leiden.

  Und wenn das ein Helfer macht oder rät, so ist er nicht wert, ein Helfer zu sein; denn er verstößt damit gegen die natürlichen Gesetze in der Schöpfung. […]

  Der, den man auf Grund solcher Dinge Meister nennt, ist weniger als Schüler, der die Aufgaben des Menschengeistes und dessen Entwickelungsnotwendigkeiten gar nicht kennt! Er ist sogar ein Schädling für den Geist.

  Sie werden bald genug schmerzlich zu der Erkenntnis ihrer Torheit kommen.

  Ein jeder falsche Helfer aber wird bittere Erfahrung machen müssen! Sein Aufstieg in dem Jenseits kann erst dann beginnen, wenn auch der Letzte aller derer, die er durch Geisteständeleien aufgehalten hat oder gar irreführte, zur Erkenntnis kam. Solange seine Bücher, seine Schriften hier auf Erden weiter wirken, wird er drüben festgehalten, auch wenn er unterdessen dort zu besserer Erkenntnis kam.

  Wer zu okkulten Schulungen anrät, der gibt den Menschen Steine anstatt Brot und zeigt damit, daß er nicht einmal eine Ahnung von dem wirklichen Geschehen in dem Jenseits hat, noch weniger vom ganzen Weltgetriebe!“






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