Die Probleme des Finanzsystems - Spirituelle Werte

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Die Probleme des Finanzsystems

SOZIALES > Geld
Der Absturz der Weltfinanzen (2)

Problem Nr. 1: Die ständig wachsende Ungleichverteilung

Das Geld wird knapp und immer knapper! Das ist die Wahrnehmung von Milliarden Menschen auf diesem Planeten, die immer mehr Mühe haben, auch nur das Notwendigste zu ihrem Lebensunterhalt zu verdienen. In der Dritten Welt schaffen es täglich zehntausende von Menschen nicht – und verhungern, also an jedem Tag die vielfache Opferzahl der verheerenden Anschläge des 11. September 2001! Doch auch in den reichen Staaten, wie zum Beispiel den deutschsprachigen Ländern, wächst die Armut, und 50 Prozent der Deutschen haben beispielsweise keinerlei finanzielle Reserven zur Verfügung, sie leben von der Hand in den Mund. Auch die Regierungen legen momentan weltweit drastische Sparprogramme auf, dazu gezwungen durch ihre hohe Verschuldung.

Doch die Vermutung, das Geld sei insgesamt knapp, ist nicht richtig und nur eine Seite der Medaille! In Wirklichkeit laufen die Geldpressen zur Zeit auf Hochtouren, und es ist viel zu viel Geld in Umlauf!

Doch wo steckt es angesichts der allgemeinen Verarmung? Ganz einfach: es häuft sich bei wenigen Prozent der Weltbevölkerung an. In den meisten Staaten sind es etwa ein bis drei Prozent der Menschen, die den größten Teil der Geldvermögen besitzen.

Nun ist diese Minderheit aber in der Regel nicht deshalb so reich, weil sie besonders fleißig arbeitet, sondern sie macht sich einen verheerenden Fehler im Geldsystem zunutze, der auch hier dargelegt ist und nachgelesen werden kann. Dieser Fehler im Geldsystem ist die Möglichkeit, durch einfaches Verleihen des Geldes über Zins und Zinseszins die Früchte der Arbeit anderer Menschen ohne eigene Arbeit zu einem großen Teil einzukassieren. Anonym, mit regelrecht klinischer Sterilität.

So erhält ein einfacher Millionär schon bei nur 6 Prozent Kapitalertrag täglich etwa 170 € einfach geschenkt, wofür zum Beispiel ein deutscher Arbeiter mit dem umstrittenen, weil angeblich zu hohen Mindestlohn von 8,50 € genau 20 Stunden arbeiten müßte! Und dann kommen bei ihm noch Steuer und Sozialabgaben hinzu, die weit höher liegen als die Kapitalertragssteuern, die der Millionär bezahlen muß. Bei Multimillionären oder gar Milliardären sind die leistungslosen Kapitaleinkünfte natürlich noch um ein Vielfaches höher! Und diese Einkünfte müssen von anderen Menschen erarbeitet werden: Insgesamt liegen die Zinslasten zum Beispiel für eine junge, vierköpfige Familie, die selbst kein Geldvermögen besitzt, jährlich bei etwa 20.000 Euro!

Damit wird massiv gegen die erste Grundregel verstoßen: „Dein Wohlstand gründe sich auf eigene Leistung; Du verdienst das, was Du Dir erarbeitest!“ Denn die Haupteinnahmen sind demnach nicht selbst erarbeitet und damit auch nicht verdient!

Die Möglichkeit der Kapitalerträge ist der schwerwiegendste Fehler im Geldwesen, und eine Gesundung des Systems ist völlig ausgeschlossen, wenn dieser Missstand nicht behoben wird! Es müsste dem Geld also strukturell die Möglichkeit genommen werden, durch Zinsen Gewinn abzuwerfen! Das wäre verhältnismäßig leicht möglich, indem zurückbehaltenes Geld mit einer spürbaren Gebühr belastet würde. Die Folge davon: Jeder würde sein zurückbehaltenes Geld zur Bank bringen, es würde damit in Umlauf kommen und der Markt auch ohne Zins oder sonstige, damit zusammenhängende Kapitalerträge ausreichend mit Geld versorgt werden. Dadurch würde der Zins und sonstige Kapitaleinnahmen allmählich gegen Null sinken – das Ende einer jahrtausendelangen Zinsknechtschaft wäre eingeleitet!

Doch auch das wäre noch nicht ausreichend, um das Geldwesen nachhaltig zu gesunden: Da die Ungleichverteilung in den Staaten auf ein inakzeptables Maß angestiegen ist, müsste – insbesondere über eine höhere Erbschaftssteuer – eine Rückverteilung von oben nach unten vorgenommen werden, da es sonst viele Jahrzehnte dauern könnte, bis wieder ein normaler Zustand einkehrt.


Problem Nr. 2: Die ständig wachsende Gier nach mehr

Während der Weltfinanzkrise 2008 richtete sich der Volkszorn berechtigterweise gegen das Treiben der Spekulanten, die mit aberwitzigen Milliarden- oder gar Billionenbeträgen ganze Volkswirtschaften in Bedrängnis bringen oder gar ruinieren. Unglaubliche 98 Prozent des Devisenhandels dienen rein spekulativen Zwecken und stellen damit einen schwerwiegenden Missbrauch des Geldes dar, das im Prinzip ja ein Äquivalent für tatsächlich geleistete Arbeit sein muss. Dieser Volkszorn ist mittlerweile wieder einer großen Gleichgültigkeit gewichen, und das Treiben geht weiter.

Im Frühjahr 2010 begann im Zuge der Griechenland-Krise ein großangelegter Angriff auf den gesamten Euro-Raum, indem Spekulanten sich die Schwäche insbesondere der vorwiegend südeuropäischen „PIIGS-Staaten“ (Portugal-Irland-Italien-Griechenland-Spanien) zunutze machten, wodurch die „Heuschrecken“ wieder enorme Gewinne machten. So schnellten griechische Staatsanleihen zeitweise auf über 13 Prozent Zins hoch, trotz der berechtigten Hoffnung, dass der Rest der Eurozone Griechenland wohl notgedrungen unter die Arme greifen muss.

Dieses Problem der Gier hängt sehr eng mit dem ersten Problem zusammen und hat ebenfalls dieselbe Ursache: Die Kapitaleinkünfte machen es einfach zu verlockend, immer mehr Grundkapital anzusammeln, um über dessen Zinsgewinne ein bequemes Leben ohne produktive Arbeit führen zu können und sich gleichzeitig noch am Machtzuwachs durch den Reichtum freuen zu können. Durch die Komplexität und Anonymität des Finanzmarktes fühlt sich auch niemand mehr direkt eingebunden und mitverantwortlich für die Auswirkungen. Und die Politik propagiert weiterhin auf dümmste Art ein unendliches Wachstum, das es nicht gibt, denn jetzt schon sind die Grenzen der Tragfähigkeit unseres kleinen Planeten überschritten!

Damit ist auch gegen die zweite Grundregel verstoßen: „Halte Maß und horte nichts zum Selbstzweck!“. Die Lösung wäre dieselbe wie beim ersten Problem: Geld darf keine Erträge mehr abwerfen! Die Befreiung vom Wachstumszwang ist unumgänglich nötig!


Problem Nr. 3: Die unausgeglichene Handelsbilanz

Die Verlockung ist groß: „Kaufen Sie jetzt, zahlen Sie später!“ Warum beim Konsum Verzicht üben, wenn man die begehrten Konsumgegenstände doch sofort auf Pump bekommen kann! Wir sehen allmählich schon jetzt anhand der großen Zahl überschuldeter Haushalte, wie sich diese Gesinnung auswirkt, und bei den anstehenden Privatinsolvenzen werden viele Gläubiger ihr Geld nicht mehr wiedersehen.

Während der Euro-Krise ist der Blick abgewendet gewesen von den Problemen insbesondere der USA, wo eine Kreditkartenblase durch Konsumüberschuldung von gigantischen Ausmaßen droht. Was uns da erwartet, davon hat uns das kleine Griechenland einen Vorgeschmack vermittelt. Auch dort wurde sehr lange über die Verhältnisse gelebt und ein enormer Schuldenberg aufgebaut. Jede Hoffnung auf Abtragen dieses Berges ist illusorisch, da Griechenland aus einem Agrarland nahtlos den Übergang zu einem unsinnig aufgeblähten Beamtenstaat vollzogen hat. Es gab dort aufgrund einer ausgeprägten Korruption und Vetternwirtschaft unzählige personell weit überbesetzte Dienststellen, ja, in nicht wenigen Fällen hielten sich sogar Dienststellen, die schon seit Jahren und Jahrzehnten ohne irgendeine vernünftige Aufgabe existierten. Durch die neuen Sparzwänge kann Griechenland nun kaum auf ertragreiche, gesunde Strukturen zurückgreifen und befindet sich jetzt in einem Zustand großer Not.

Dabei steckt Griechenland in einem weiteren großen Dilemma: es ist auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig, da es außer einigen Agrarprodukten und einem eher überteuerten Tourismusangebot zu wenig zu bieten hat, was sich zum Ausgleich seiner Handelsbilanz eignen würde.

So musste im Mai 2010 ein riesiges Rettungspaket für Griechenland, aber auch vorsorglich für andere angeschlagene Euro-Staaten geschnürt werden, das den hohen Betrag von 750 Milliarden Euro umfasst – mit der hohen Wahrscheinlichkeit, dass das Geld unwiederbringlich verloren ist.

Die eigentliche Rettung galt aber nur teilweise Griechenland selbst, sondern in erster Linie deutschen und vor allem französischen Banken, die leichtsinnigerweise den Griechen horrende Beträge ausgeliehen hatten, ohne sich zu fragen, womit sie gedeckt sind und wie sie sie realistischerweise wieder zurückbekommen könnten. Auch das ist eine Folge des Anlagedruckes von Billionenbeträgen, deren Besitzer und Verwalter nach einer möglichst hohen Rendite ihres Kapitals gieren, in der erfolgreichen Zuversicht, dass letztlich doch der Staat, und damit der kleine Steuerzahler, im Zweifelsfall für die Verbindlichkeiten einstehen wird.

Wenn Griechenland als ein kleines Land schon derartige Turbulenzen auf dem weltweiten Finanzmarkt auszulösen fähig war, dann werden die bald zum Vorschein kommenden Probleme weit größerer Staaten Verwerfungen in einem wesentlich größeren Ausmaß auslösen.

Wenn hier von bestimmten Problemstaaten die Rede ist, so bedeutet das selbstverständlich nicht, daß es in den anderen Staaten viel besser aussieht. So hat das mit bester Bonität beurteilte Deutschland schon jetzt über 2,2 Billionen (Juni 2016), unter Miteinbeziehung der versteckten Schulden, die sich aus Verpflichtungen den sozialen Sicherungssystemen und Schattenhaushalten gegenüber ergeben, dürfte die wirkliche Schuldenlast durchaus das Vierfache betragen. Auch hier ist eine „normale“ Rückzahlung vollkommen ausgeschlossen.

Damit ist auch die dritte Grundregel: „Lebe nicht über Deine Verhältnisse und Möglichkeiten!“ verletzt. Hier Abhilfe zu schaffen würde voraussetzen, dass auch die Bevölkerung der jeweiligen Staaten sich mit den Verhältnissen begnügen lernen müsste, die sie aus eigener Kraft und mit eigener Arbeit erreichen können. Das würde beispielsweise im Falle Griechenlands bedeuten, daß sie Technik, Elektronik, Autos, Schiffe, Eisenbahnen, Einrichtungsgegenstände und vieles mehr nur in dem Maße importieren könnten, wie sie im Gegenzug eigene Produkte exportieren könnten. Damit wäre, von den enormen Schulden einmal abgesehen, die Handelsbilanz zwar ausgeglichen, aber es würde auf heutiger Grundlage drastische Einschnitte und eine enorme Reduzierung des bisherigen Lebensstandards erfordern.


Problem Nr. 4: Das Lohngefälle in der globalisierten Welt

Ein Stundenlohn um die 0,50 Euro, ein Monatseinkommen von unter 100 Euro bei teilweise 16 Stunden täglicher Arbeitszeit, in der die Menschen klaglos und perfekt wie Roboter funktionieren müssen. Hinzu kommen noch katastrophale Sicherheits- und Umweltstandards. So sieht die moderne Sklavenhaltung in China aus, mit der unsere westliche Wirtschaft in Konkurrenz steht.

Das ging so lange gut, wie der Westen noch einen erheblichen Technologievorsprung hatte. Doch dieser Vorsprung schmilzt rapide dahin, asiatische Waren aus Sklavenproduktion werden immer besser und überfluten den Weltmarkt. Nutznießer sind natürlich auch wir westlichen Konsumenten, die wir uns so einen deutlich höheren Lebensstandard leisten können als es der Fall wäre, wenn wir Produkte aus heimischer Produktion kaufen müssten.

Daraus geht aber die Kehrseite schon deutlich hervor: Heimische Betriebe können diesen ruinösen Preiswettbewerb nicht mithalten und gehen entweder pleite, oder sie lassen ebenfalls in Billiglohnländern produzieren. Damit gehen bei uns nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch gewachsene Strukturen verloren. Es geht so weit, dass viele Staaten durch diese Arbeitsauslagerung sogar die Fähigkeit verloren haben werden, sich selbst zu versorgen, wenn der globalisierte Handel einst -­ was sehr wahrscheinlich ist – zusammenbrechen wird!

So erleben wir nun auch die Folgen der missachteten vierten Regel: „Beute niemanden aus, sonst fällt es auf Dich zurück!“ Seit Jahrhunderten hat die westliche Welt ohnehin schon zahllose Länder und Kolonien ausgebeutet, um selbst bequem zu Wohlstand zu kommen, und nun fällt die Ernte dieser Aussaat eben tatsächlich auf uns zurück!

Eine kurzfristige Hilfe läge nur in der Erhebung hoher Schutzzölle, die allerdings große Verwerfungen im Welthandel bringen und die Waren erheblich verteuern würden; aber nur so könnten viele heimische Produkte konkurrenzfähig sein.

Fazit: Der Kollaps wird kommen

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Doch jede Hoffnung in einer verfahrenen Lage ist nur dann berechtigt, wenn die Ursachen, die zu dieser Lage geführt haben, frisch, flexibel und kraftvoll korrigiert werden. Manches Schwere ließe sich vielleicht sogar heute noch abwenden, wenn wir in unserer Wirtschaft die erwähnten Grundregeln wirklich ernst nähmen. Doch ist das momentan auch nur ansatzweise realistisch? Aus folgenden Gründen wohl kaum:

• Die unverzichtbare Notwendigkeit einer Geldsystemreform mit der Befreiung vom Zins und Wachstumszwang ist heute nur einer verschwindend kleinen Menschengruppe überhaupt bekannt, demnach jede konkrete Umsetzung illusorisch.

• Die Umverteilung von oben nach unten würde am massiven Widerstand der Reichen und damit Mächtigen scheitern.

• Die Absenkung des Lebensstandards auf das Selbsterarbeitete und die deutliche Verteuerung der Waren durch Rückkehr zur heimischen Produktion, die nicht auf dieser extremen Ausbeutung gründet, würde den größten Teil der Völker gegen die Politiker, die das durchsetzen wollten, aufbringen.

• Nicht zuletzt wäre ein Umsetzungsversuch durch die bestehenden Regeln und Gesetze der Finanz- und Wirtschaftsmärkte extrem schwierig.

Von daher wird am Kollaps des Systems mit höchster Wahrscheinlichkeit kein Weg vorbeiführen! Nehmen wir ihn zum Anlass, viele bisher verbreiteten Anschauungen und Werte zu hinterfragen, um in der Zukunft an einer Welt mitbauen zu können, die auf der einzig richtigen Grundlage der Natur- oder Lebensgesetze steht!

 
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