Die Logik hinter dem Schicksal - Spirituelle Werte

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Die Logik hinter dem Schicksal

GEISTIGES WISSEN > Schicksal

Das Schicksal - Herkunft und Wirkungsweise (2)

Der Sinn der Schicksalsrückwirkungen


Trotz des bisher Gesagten werden sich sicher viele Menschen fragen: "Weshalb kommen die Schicksalsschläge so heftig und schmerzhaft? Geht es nicht sanfter?"


Um diese Frage beantworten zu können, ist es nötig, drei Dinge in engsten Zusammenhang mit dem Schicksal zu bringen:


1. Den freien Willen des Menschen
2. Die Wiedergeburt (Reinkarnation)
3. Die ansteigende Schärfe der Rückwirkungen



1. Der freie Wille


Der Wille des Menschen ist tatsächlich vom Ursprung her frei! Wir können in jeder Sekunde unseres Lebens festlegen, in welche Richtung uns unsere Entscheidungen führen sollen.


Natürlich unterliegen wir zahllosen Sachzwängen, persönlichen Notwendigkeiten und gesellschaftlichen und beruflichen Zwängen, die uns erst einmal bei vielen Entscheidungen keine oder nur eine geringe Wahl lassen. All das ist jedoch bereits die Folge unserer bisher eingeschlagenen persönlichen und kollektiven Wege. Hinsichtlich des großen Gesetzes von Ursache-Wirkung-Rückwirkung müssen wir immer bedenken, dass wir die Ernte unserer Aussaat entgegennehmen müssen, ob wir wollen oder nicht! Haben wir Disteln statt Weizen ausgesät, müssen wir Disteln ernten. Haben wir Neid und Zwietracht ausgesät, werden wir genau das ernten müssen.


Auch Glück, das wir ausgesät haben, werden wir ernten müssen - wogegen sich vermutlich kein einziger Mensch sträuben will. Wehren wollen wir uns natürlich immer gegen die Folgen, die uns Unangenehmes und Leid bringen; und doch haben wir naturgesetzlich in irgend einer Art die Grundlage dazu gelegt, weil es anders einfach nicht möglich ist!


Für die Folgen unseres vergangenen Handelns schaltet unser freier Wille also aus! Das ist wichtig zu wissen! Die Folgen müssen wir durchleben, ob wir wollen oder nicht. Sie kommen als Hilfe auf unserem Entwicklungsweg, denn sie bieten die Möglichkeit des Erkennens und damit der Korrektur der bisherigen Einstellungen und des bisherigen Handelns. Haben wir diese Lehre verstanden und in unser Leben miteinbezogen, so wendet sich das Schicksal meist in relativ kurzer Zeit.


Noch besser ist es, wenn wir es schaffen, notwendige Kurskorrekturen freiwillig zu erkennen und vorzunehmen, bevor uns die Schicksalsrückwirkungen dazu drängen müssen. In diesem Fall gehen notwendige Auslösungen und Anstöße, die uns als Leid hätten treffen müssen, mehr oder weniger schmerzfrei vorbei - je nach dem Grad unserer vorherigen Besserung! Es ist eine Riesenchance, sich damit viel Leid und Schmerzen zu ersparen!



2. Die Wiedergeburt


Wollen wir die verschiedenen Entwicklungswege und ungleichen Startbedingungen der Menschen verstehen, so liegt es nahe, dass wir alle, dass jedes neugeborene Kind kein "unbeschriebenes Blatt" ist, sondern bereits einen viele Jahrtausende langen Entwicklungsweg hinter sich hat. Wir werden also nicht einmal geboren und sterben einmal, um dann in den Himmel oder die Hölle zu kommen, sondern unsere Entwicklung benötigt mehrere Leben auf der Erde.


Wir werden also wiedergeboren!


Der Gedanke wird viele Leserinnen und Leser stutzig machen, da sie davon ausgehen, dass wir uns dann natürlich daran erinnern müssten. Wir nehmen die fehlende Erinnerung meist als Beleg, dass es frühere Leben auf der Erde nicht gegeben haben kann. Das ist jedoch nicht stichhaltig. Wie schon im Beitrag über die Wiedergeburt geschrieben, definieren wir uns meist über unser Tagbewusstsein, das vom Gehirn abhängig ist. Unser Gehirn kann jedoch nicht zwangsläufig in frühere Erdenleben zurückblicken, da wir es ja mit diesem jetzigen Körper neu bekommen haben.


Eine direkte Erinnerung an frühere Leben ist daher in der Regel nicht möglich, und das ist gut so! Denn wir sollen dieses Leben spontan und unbefangen leben können, frei in unseren Entscheidungen. Stellen Sie sich vor: Wenn wir genau wüssten, wem von unseren Mitmenschen wir wann und wo früher schon einmal begegnet sind, es wäre schrecklich! Wir wüssten, wo und wie wir uns gegenseitig aneinander schuldig gemacht haben, wir würden womöglich an schweren Verfehlungen oder sogar Verbrechen leiden, die wir einst begangen haben. Wir wüssten, wer unser Freund, wer unser Feind war, mit wem wir verheiratet waren und wie die Ehe gelaufen ist, wer unsere Geschwister, unsere Eltern, unsere Vorgesetzten waren und die im jetzigen Leben womöglich unsere Kinder sind.


Denken wir uns in all das hinein, und es wird sofort klar, dass auch nur ein halbwegs unbefangenes Leben dann gar nicht mehr möglich wäre!


Trotz allem haben wir natürlich unseren Geist, unseren spirituellen Kern in uns, der das alles weiß und durchlebt hat. Er durchdringt unseren ganzen Körper und unser Gehirn, und "füttert" es auch mit Vorlieben, Abneigungen und allem, was unser Wesen ausmacht. In Einzelfällen kann es daher auch vorkommen, dass Erinnerungen an vergangene Leben durchdringen und bewusst werden. Hier hat die Reinkarnationsforschung schon ganz erstaunliche Fälle an den Tag gebracht. In der Regel wird uns das aber, wie gesagt, zu unserem Schutze nicht bewusst!


Aus diesem Grund bleiben uns also viele Ursachen, die wir früher, in vorherigen Leben, in die Welt gesetzt haben, erhalten und wirken sich in diesem Leben dann aus! Wenn wir aber keine Kenntnis von der Wiedergeburt haben und sie kategorisch ausschließen, so verstehen wir logischerweise nicht, weshalb uns das eine oder andere trifft. Erst wenn wir die Überzeugung aufgebaut haben, dass alle Auswirkungen eine Ursache gehabt haben müssen, können wir konstruktiv mit dem Erleben unserer Schicksalsrückwirkungen umgehen.



3. Die ansteigenden Rückwirkungen


Stellen wir uns liebevolle Eltern vor, die ihre Kinder erziehen. Natürlich wird jedes gesunde Kind vieles ausprobieren und dabei natürlich auch Fehler machen und mehr oder weniger Schaden anrichten. Liebevolle und weise Eltern werden selbstverständlich beim ersten Mal nachsichtig sein, dem Kind sein Fehlverhalten erklären, auf seine Einsicht hoffen und eine sehr milde, kaum fühlbare Strafe verhängen, die in irgendeiner Art auf den Ausgleich seines Fehlers hinausläuft. Im günstigen Fall führt das dazu, dass das Kind in Zukunft darauf achtet, diesen Fehler nicht mehr zu begehen.


Ist das Kind jedoch aufsässig und uneinsichtig und richtet weiterhin Schaden an, so kommen selbst die liebevollsten Eltern nicht darum herum, härtere und fühlbarere Strafen zu verhängen, die das Kind dann spürbar treffen, damit es endlich von seinem Fehlverhalten absieht.


Sind wir jetzt bereit, das zu übertragen, also die gesamte Menschheit, uns selbst mit eingeschlossen, als Kinder der Schöpfung anzusehen, die leider durch ihre grenzenlosen Verheerungen den gesamten Lebensraum Erde verwüsten, den Mitmenschen, Tieren und der Natur seit Jahrtausenden großes Leid zufügen und trotz aller Ermahnungen durch Propheten und den Gottessohn Jesus nicht davon lassen wollen, so kann es uns nicht verwundern, dass wir momentan "Erziehungsmaßnahmen", also Schicksalsrückwirkungen von ungeahnter Schärfe ausgesetzt sind; denn wir beharren weiterhin trotz gegenteiliger Erkenntnisse auf unseren falschen Wegen und können natürlich keine Belohnung dafür erwarten. Deshalb sind die Rückwirkungen zur Zeit so extrem, damit alle einsichtigen Menschen noch zur Erkenntnis kommen und ihren Entwicklungsweg fortsetzen können!



Zusammenfassung



  • Es ist niemals möglich, dass eine Schicksalsauswirkung ohne Ursache kommt. Deswegen ist es gerecht und fair.

  • Die Ursache kann ohne weiteres in einem früheren Leben auf der Erde liegen und erschließt sich uns daher nicht unmittelbar.

  • Trotz aller Strenge ist das Schicksal liebevoll und weise, denn es will nichts anderes, als uns von falschen und deshalb für uns sehr schädlichen Wegen abzuhalten bzw. uns aufzufordern, diese zu verlassen.

  • Macht sich ein Mitmensch uns gegenüber schuldig, so setzt für ihn ein Karma ein, das er wiederum ablösen muss. Trotzdem sollten wir dringend und unbeschönigt schauen, ob wir ihm durch unsere Fehler oder aber mangelnde Wachsamkeit die Gelegenheit dazu gegeben haben oder ob wir vielleicht sogar eine ausgeprägte Gleichart zu ihm und seiner Tat haben.

  • Das Schicksal greift nur dort ein, wo es notwendig ist. Bessern wir uns freiwillig, so werden Schicksalsauswirkungen je nach dem Grade unserer Besserung abgeschwächt, bis hin zur nicht mehr fühlbaren und leidlosen symbolischen Auswirkung!



Im gleichnamigen Vortrag "Schicksal" bringt die Gralsbotschaft wichtige Zusammenhänge:

  "Die Menschen reden von verdientem und unverdientem Schicksal, von Lohn und Strafe, Vergeltung und Karma.

  Das alles sind nur Teilbezeichnungen eines in der Schöpfung ruhenden Gesetzes: Das Gesetz der Wechselwirkung!

  Ein Gesetz, das in der ganzen Schöpfung von Urbeginn an liegt, das in das große, nimmer endende Werden unlösbar hineingewoben wurde als ein notwendiger Teil des Schaffens selbst und der Entwickelung. Wie ein Riesensystem feinster Nervenfäden hält und belebt es das gewaltige All und fördert dauernde Bewegung, ein ewiges Geben und Nehmen!

  Einfach und schlicht, und doch so treffend hat es Christus Jesus schon gesagt: »Was der Mensch säet, das wird er ernten!«

  Die wenigen Worte geben das Bild des Wirkens und Lebens in der ganzen Schöpfung so glänzend wieder, wie es kaum anders gesagt werden kann. Ehern eingewebt ist der Sinn der Worte in dem Sein. Unverrückbar, unantastbar, unbestechlich in der fortwährenden Auswirkung.

  Ihr könnt es sehen, wenn Ihr sehen wollt! Beginnt damit bei der Beobachtung der Euch jetzt sichtbaren Umgebung. Was Ihr Naturgesetze nennt, sind ja die göttlichen Gesetze, sind des Schöpfers Wille. Ihr werdet schnell erkennen, wie unentwegt sie sich in dauernder Betätigung befinden; denn so Ihr Weizen säet, werdet Ihr nicht Roggen ernten, und so Ihr Roggen streut, kann Euch nicht Reis erstehen!

  Das ist jedem Menschen so selbstverständlich, daß er über das eigentliche Geschehen dabei gar nicht nachdenkt. Er wird sich deshalb des darin ruhenden strengen und großen Gesetzes gar nicht bewußt. Und doch steht er dabei vor der Lösung eines Rätsels, das ihm kein Rätsel zu sein braucht.

  Das gleiche Gesetz nun, das Ihr hierbei zu beobachten vermögt, wirkt sich mit derselben Sicherheit und Stärke auch in den zartesten Dingen aus, die Ihr nur durch Vergrößerungsgläser zu erkennen fähig seid, und noch weitergehend in dem feinstofflichen Teile der ganzen Schöpfung, der der weitaus größere ist. In jedem Geschehen liegt es unabänderlich, auch in der zartesten Entwickelung Euerer Gedanken, die ja auch noch eine gewisse Stofflichkeit haben.

  Wie konntet Ihr wähnen, daß es gerade dort anders sein soll, wo Ihr es anders haben möchtet? Euere Zweifel sind in Wirklichkeit weiter nichts als ausgesprochene innere Wünsche!

  Es ist in dem ganzen Euch sichtbaren und unsichtbaren Sein nicht anders, als daß jede Art die ihr gleiche Art bringt, gleichviel von welchem Stoffe. Ebenso fortdauernd ist das Wachsen und Werden, Früchtebringen und Die-gleiche-Art-Gebären. Dieses Geschehen geht einheitlich durch alles, macht keine Unterschiede, läßt keine Lücke, hält nicht vor einem anderen Teile der Schöpfung an, sondern trägt die Wirkungen hindurch wie einen unzerreißbaren Faden, ohne abzusetzen oder abzubrechen.

  Wenn sich auch der größte Teil der Menschheit in ihrer Beschränkung und Einbildung von dem Weltall isolierte, die göttlichen oder Naturgesetze haben deshalb nicht aufgehört, sie als dazugehörig zu betrachten und in unveränderter Art ruhig und gleichmäßig weiter zu arbeiten.

  Das Gesetz der Wechselwirkung bedingt aber auch, daß der Mensch alles, was er sät, also dort, wo er die Ursache zu einer Wirkung oder Auswirkung gibt, auch ernten muß!

  Der Mensch hat immer nur den freien Entschluß, die freie Entscheidung bei Beginn einer jeden Sache darüber, wohin die ihn durchströmende Allkraft geleitet werden soll, nach welcher Richtung. Die daraus entstehenden Folgen der sich in der von ihm gewollten Richtung betätigten Kraft muß er dann tragen. Trotzdem beharren viele auf der Behauptung, daß der Mensch doch keinen freien Willen habe, wenn er einem Schicksale unterworfen ist!

  Diese Torheit soll nur den Zweck einer Selbstbetäubung haben, oder ein grollendes Sichfügen in etwas Unvermeidliches sein, eine murrende Resignation, hauptsächlich aber eine Selbstentschuldigung; denn jede dieser auf ihn zurückfallenden Auswirkungen hat einen Anfang genommen, und bei diesem Anfange lag die Ursache für die spätere Auswirkung in einem vorausgegangenen freien Entschluß des Menschen.

  Dieser freie Entschluß ist jeder Wechselwirkung, also jedem Schicksal, einmal vorausgegangen! Mit einem ersten Wollen hat der Mensch jedesmal etwas erzeugt, erschaffen, in dem er später, über kurz oder lang, selbst einmal zu leben hat. Wann dies erfolgt, ist aber sehr verschieden. Es kann noch in dem gleichen Erdendasein sein, in dem das erste Wollen den Anfang dazu schuf, ebensogut kann es aber nach Ablegen des grobstofflichen Körpers in der feinstofflichen Welt geschehen, oder aber noch später wieder in einem grobstofflichen Erdendasein."

(Gralsbotschaft, Vortrag "Schicksal")



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