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SINNFRAGEN > Jesus von Nazareth

Jesus Christus: Leben, Lehre und Mission des Gottessohnes, Teil 1

Die Legenden um das Leben Jesu

Ein Gastbeitrag von Werner Huemer

Man kann sagen: Jesus Christus ist derzeit so „modern“ wie noch nie. Unzählige Bücher werden zu seiner Person veröffentlicht, und vieles zu Papier Gebrachte ist höchst spekulativ. Allerdings scheinen alles in allem zwei Tendenzen erkennbar: Einerseits wird nach Kräften versucht, das Leben des „historischen Jesus“ zu entzaubern, was im besten Fall die Suche nach Fakten zu seinem äußeren Leben bedeutet, und im schlimmsten Fall die generelle Infragestellung seiner Persönlichkeit. Andererseits hält man von seiten der Kirche beharrlich am „Christus des Glaubens“ fest, an seinen angeblichen Wundertaten, an den zahlreichen Legenden rund um sein Leben, an seiner leiblichen Auferstehung nach dem Kreuzestod. Was indes kaum im Mittelpunkt der Betrachtungen steht, ist die Lehre Jesu und, weiter gedacht, der Sinn seiner Mission. Vielleicht aber steckt genau das Bedürfnis nach diesem eigentlichen Kern hinter dem breiten Interesse an Jesus Christus, jener herausragenden Persönlichkeit, deren Erdensein so vieles auf der Welt veränderte. In dieser Serie wollen wir ein umfassendes Bild über Leben, Lehre und Mission des Gottessohnes zeichnen, wobei jedoch nicht nur historische Fakten zum Tragen kommen sollen, sondern vor allem die entscheidenden geistigen Aspekte.

Eigentlich ist das Bild, das die Kirchen vom „Christus des Glaubens“ zeichnen, im Grunde genommen beschämend: Man sieht in ihm den allmächtigen Wundertäter, der durch allerlei Kunststücke wie Brotvermehrung, Krankenheilung oder Totenerweckung die Naturgesetze außer Kraft setzt, dadurch die Glaubensgunst seines staunenden Publikums erwirbt, und der zuletzt im Auftrag seines Vaters für die Menschheit sein Leben läßt, um diese stellvertretend von aller Schuld zu befreien ...

Diese Vorstellung ist deshalb beschämend, weil man sie nur entweder glauben kann – und zwar blind, da logisches Denken darin keinen Anhaltspunkt findet – oder eben ablehnen muß, sofern man daran gewöhnt ist, daß das Streben nach Wahrheit immer auch ein Streben nach Klarheit ist. Sie ist beschämend, weil sie tiefer denkende und empfindende Menschen ausschließt, vielleicht sogar in den Atheismus treibt und damit eigentlich einen Verrat an der Mission Jesu begeht. Denn diese hatte, wie wir im Rahmen dieser Serie sehen werden, eine ganz andere Zielsetzung.

Doch vorerst scheint es nötig, den Unsinnigkeiten, die bis heute – durchweg gutmeinend – über Jesus Christus verbreitet werden, entschieden entgegenzutreten. Wir wollen uns im ersten Teil dieser Serie also mit den zahlreichen Legenden beschäftigen, die das Leben des Gottessohnes umranken und oft genug vom Blick auf das Wesentliche ablenken.

Die Legende von der »Gottesmutter Maria«


Die Mystifizierung des Lebens Jesu, die den Gottessohn für das blindgläubige Gemüt offenbar attraktiver machen sollte, beginnt schon bei dessen Mutter, Maria von Nazareth. Sie wurde im Laufe der Jahrhunderte von der katholischen Kirche mit zunehmend größeren, aber auch immer zweifelhafteren Ehren überhäuft.

Ursprünglich (d.h. auch in den Texten des Neuen Testaments) spielte die Mutter Jesu keine zentrale Rolle. Erst im ökumenischen Konzil des Jahres 431 wurde sie kirchlicherseits zur „heiligen Jungfrau“ erklärt. Rund 1.000 Jahre später, im Konzil von Trient (1545-1563) sprach man ihr die „Sündenfreiheit“ zu, 1845 floß durch Papst Pius IX. in das katholische Glaubensdogma ein, daß Maria auch „frei von der Erbsünde“(!) sei, 1854 folgte das Dogma von der „unbefleckten Empfängnis“. Damit war die unglaubliche Karriere aber noch nicht zu Ende: 1950 verkündete Papst Pius XII., treffend der „Ðœarien-Papst“ genannt, die Mutter Jesu sei „mit Leib und Seele zur himmlischen Herrlichkeit aufgenommen“ worden, und seit 1954 gilt Maria von Nazareth bei den Katholiken offiziell als „Königin des Himmels und der Erde“ womit ihr endgültig die Göttlichkeit zugesprochen wurde.

Nun kann man gegen Dogmen bekanntlich schwer argumentieren, und da derlei päpstliche Entschlüsse ja durchweg das Siegel der Unfehlbarkeit tragen, sind zweifelnde Gedanken im allgemeinen eher unerwünscht. Der Gläubige hat fraglos zur Kenntnis zu nehmen, daß den „Stellvertretern Christi auf Erden“ alle diese Entscheidungen zugunsten Marias auf dem Wege neuer göttlicher Offenbarungen zufielen ...

Näherliegend ist, daß Maria von Nazareth einfach eine begnadete Frau war – nicht mehr, aber gewiß auch nicht weniger. Denn sie war dazu auserkoren, ein ganz besonderes Kind zu gebären ...

Die Legende von der »jungfräulichen Empfängnis«

Eine weitere Legende, die in engem Zusammenhang mit Jesus von Nazareth steht, ist die von der „jungfräulichen (unbefleckten) Empfängnis“ – ein Mythos nach der bekannten Dramaturgie, daß das besondere Schicksal eines Mannes sich schon durch eine außergewöhnliche Geburt anzukündigen hat.

Wie aber kam es im Zusammenhang mit dem Gottessohn zu diesem Bild? Der Evangelist Lukas nennt Maria „Jungfrau“ (Luk. 1, 26-28), und der Verfasser des Matthäus-Evangeliums berichtet darüber, daß Joseph, Marias Mann, bei der Kindeszeugung nicht beteiligt gewesen sei. (Matth. 1, 18-25). Wiewohl der „Heiligen Schrift“ über die angeblich vaterlose Geburt Jesu insgesamt nicht viel zu entnehmen ist – Paulus und Johannes wissen darüber nichts zu berichten -, genügten die wenigen Sätze dennoch für eine Deutung beziehungsweise Konkretisierung, mit der sich im Jahre 389 Ambrosius (340-397) auf naturwissenschaftliches Glatteis begab. Er bestand darauf, daß sich Marias Empfängnis „ohne alle Beimischung männlichen Samens“ vollzogen habe, und nannte zur logischen Untermauerung dieses Vorganges ein vermeintlich treffendes Beispiel aus dem Tierreich, über das wir heute getrost schmunzeln dürfen: Auch bei den Geiern würden „gewisse Weibchen“, die keine Gemeinschaft mit den Männchen haben“, Junge ausbrüten ...

Launige intellektuelle Brückenschläge vom Unglaublichen zum Begreifbaren werden auch heute noch gewagt. So bietet das Nachschlagewerk „Die Apokryphen – Verborgene Bücher der Bibel“ ein anschauliches Beispiel dafür, wie man die „zeugungslose Empfängnis“ Mariens mit Hinweis auf eine Textstelle im Alten Testament „glaubhaft“ machen kann. Der Autor beurteilt die Situation des Gatten Joseph im Hinblick auf Gen. 6, 1-4: „Daß Engel Frauen befruchten können, weiß Joseph sicherlich aus der Bibel. Dort heißt es nämlich, daß die Söhne der Götter (Engel) in Urzeiten herabgestiegen waren, um ‚Töchter der Menschen zu Weibern zu nehmen‘.“

Über die Zulässigkeit solcher Auslegungen könnte man nun lange trefflichst streiten. Denn es ist eine nur schwer lösbare Aufgabe, jahrhundertealte Texte heute aus eben jener Sicht beziehungsweise Absicht zu begreifen, die deren Verfasser einst hatten. Ohne fundiertes Geschichtswissen und/oder ein treffsicheres Gespür für die Wahrheit braucht man sich keine Hoffnungen auf neue Erkenntnisschübe machen.

Im Hinblick auf unser Jungfrauen-Problem steht jedenfalls fest, daß die Bibel für diesen Begriff zwei Wörter mit unterschiedlichen Bedeutungen benutzt. Bei „betula“ liegt der Schwerpunkt – ganz dem heute geläufigen Sinn entsprechend – auf der körperlichen Unberührtheit, während der andere, ebenfalls mit „Jungfrau“ übersetzte hebräische Ausdruck „alma“ sowohl ein junges Mädchen als auch eine junge verheiratete Frau bezeichnen kann. Im bekannten Gleichnis von den „klugen und den törichten Jungfrauen“ (Matth. 25, 1-13) wird im Originaltext zum Beispiel das Wort „alma“ verwendet, da es hier nicht um die körperliche Jungfräulichkeit, sondern um die seelische Reinheit geht, um die innere Wachsamkeit und Empfindungskraft des weiblichen Wesens. Eben dieses Wort „alma“ aber verwendet auch der Prophet Jesaja bei seiner bekannten Prophezeiung: „Darum wird Euch der Herr selbst ein Zeichen geben. Siehe! Eine Jungfrau ist schwanger, und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Imanuel.“ (Jesaja 7, 14)

Es ging in dieser Weissagung also um die seelische Jungfräulichkeit, nicht aber um körperliche Unberührtheit. Imanuel kann das vierte oder fünfte Kind einer Familie sein, und die Prophezeiung über seine Geburt würde sich sinngemäß dennoch erfüllen. Nebenbei: Daß der Evangelist Matthäus eben diese Ankündigung Jesajas überhaupt mit dem Kommen Jesu in Verbindung brachte (vgl. Matth. 1, 21-23), wiewohl doch dabei deutlich zwei Namen mit unterschiedlicher Bedeutung im Spiel sind – dort Imanuel, hier Jesus – das bleibt ein Irrtum für sich, der uns in diesem Zusammenhang nicht weiter beschäftigen soll.

Nehmen wir für unser Thema aber jedenfalls in Anspruch, daß auch in Maria von Nazareth die seelische Reinheit als feste Grundlage gegeben war. In Abd-ru-shins Gralsbotschaft heißt es dazu: „Unbefleckte Empfängnis ist eine Empfängnis in reinster Liebe, die im Gegensatz steht zu einer Empfängnis in sündiger Lust! Aber keine irdische Geburt ohne Zeugung.“ (Band 1, Vortrag „Kult“) Der Grund dafür, daß man selbst bei Maria eine in diesem Sinne unbefleckte Empfängnis gar nicht erst zu vermuten wagt, wird darin zu suchen sein, daß man die Möglichkeit, zwei Menschen könnten sich auf der Basis einer reinen, gebenden, selbstlosen Liebe körperlich vereinigen, heute schon von vornherein ausschließt. Die „sexuell befreite“ Gesellschaft lebt anders ...

Trotzdem wird an der sogenannten Panthera-Fabel, die zur einstmaligen jüdischen Polemik gegen das frühe Christentum gehörte, etwas dran sein. In dieser Fabel wird berichtet, Maria habe ein uneheliches Kind geboren, das von einem römischen Soldaten namens Panthera stamme. Die Vermutung, daß ein anderer den Platz im Herzen Marias einnahm, während der viel ältere Zimmermann Joseph um das Mädchen warb, liegt natürlich nahe – wiewohl sie bis in unsere Tage ein wenig ketzerisch zu sein scheint. Aber warum eigentlich?

Wäre es für die Bewertung der Lauterkeit und Tugendhaftigkeit Marias von Bedeutung, wenn sie tatsächlich ihre aufrichtige Liebe einem Römer geschenkt hätte?

Wohl nur dann, wenn damit eine geistig bestehende Ehe gebrochen worden wäre, wenn Maria ihren Mann Joseph also hintergangen und betrogen hätte (ein Vergehen, das in jüdischen Kreisen übrigens die Steinigung zur Folge hatte). Doch darauf gibt es keinen Hinweis. Indes hatte es Maria in der durchaus vorurteilsbeladenen jüdischen Gesellschaft schwer genug mit einem unehelichen Kind. Jeder Sohn trug nach dem strengen Gesetz der Namensgebung üblicherweise den Namen des Vaters, und nur wenn dieser unbekannt war, fügte man dem Namen des Kindes den Vornamen der Mutter hinzu. Jesus aber wurde öffentlich Jeschua ben Mirjam genannt – Sohn Marias: „Ist er nicht der Zimmermann, Marias Sohn, der Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon?“ (Mark. 6, 3)

Diese Bezeichnung „Marias Sohn“ war auch bestens dazu geeignet, Jesus selbst anzuschwärzen. Wer mag, kann also in den biblischen Hinweisen auf die Jungfrau Maria auch das Bemühen der Autoren sehen, dem „Herkunftsmakel“ an Jesus von Nazareth dadurch entgegenzuwirken, daß sie die Empfängnis seiner Mutter in ein besonderes Geheimnis zu hüllen versuchten.

Die Legende vom »Süßen Jesuskind«

Es ist ein so unglaublich rührendes Bild: Da liegt das süße Jesuskind im Stall zu Bethlehem, schwach, aber dennoch strahlend, einer bösen Zeit bedingungslos Glückseligkeit spendend. Alle Jahre wieder drängen sich uns die Begebenheiten jener großen Nacht ins Bewußtsein – in stimmungsvollen Bildern, altbekannten Liedern und weihnachtlichem Weihrauchduft.

Daß man in diesem Schwelgen zwischen holder Kunst und bloßem Kitsch keine Sekunde lang an die wirkliche Mission Jesu denkt, die einzig im Bringen einer bedeutungsvollen Botschaft lag, das ist noch das geringere Übel. Ein weitaus größeres liegt darin, daß wir dieses süßlich-weiche Herz-Jesu-Bild vom Kindchen bedenkenlos auch auf den in seiner vollen Kraft stehenden Gottessohn übertragen haben.

Schwach, aber dennoch strahlend, einer bösen Zeit bedingungslos Glückseligkeit spendend – das ist der Christus des Glaubens, der allen alles vergibt und verzeiht; der jedem das Himmelreich auftut, so er nur glaubt; und der in ewiger Liebe Wunder wirkt.

War Jesus von Nazareth wirklich so? Man braucht in den biblischen Überlieferungen gar nicht besonders tief zu graben, um herauszufinden, daß am Beginn des Christentums ein völlig anderer Jesus von Nazareth stand, der nicht schwächlich oder nachgiebig, sondern kompromißlos kämpferisch auftrat, der nicht werbend unter die Menschen ging, sondern fordernd – und der, bisweilen in heiligem Zorn erglühend, auch eine feurige Sprache führte:

„Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert.“ (Matth. 10, 34)

„Es werden nicht alle, die zu mir sagen ‚Herr! Herr!‘ in das Himmelreich kommen. Sondern die, die den Willen tun meines Vaters im Himmel!“ (Matth. 7, 21)

„Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr das Himmelreich zuschließet vor den Menschen! Ihr gehet nicht hinein, und die hineinwollen, lasset ihr nicht hineingehen!“ (Matth. 23, 13)

Eine solche Zusammenstellung ließe sich unschwer fortsetzen. Die genannten Beispiele sollten jedoch ausreichen, um darzulegen, daß die seltsam weichlichen Züge, die man dem Gottessohn gerne andichtet, weder eine historische noch eine aus den Evangelien herauslesbare Grundlage haben. Sie sind nichts weiter als die Produkte einer menschlichen Phantasie, die sich ihre Gottesbilder gerne so zurechtzimmert, wie es ihr gerade beliebt.

Die Legende von den Wundertaten


Zeig mir Wunder, und ich will glauben! Unbeirrbar halten viele Gläubige bis heute an dem Grundsatz fest, ihr Gott müsse doch mindestens über alle Naturgesetze erhaben sein. Was man dabei nicht bedenkt, ist, daß ja gerade die Gesetze der Schöpfung ein Ausdruck des Gotteswillens sind. Die Annahme, der Schöpfer könne etwas gegen seinen Willen wollen, ist daher eine schiere Unsinnigkeit.

Dennoch war und ist gerade Jesus von Nazareth Mittelpunkt eines wonnigen Wunderglaubens, der die Phantasie gläubiger Menschen beflügelt und sie in angenehm-wohligen Schauer versetzt: Wenn jemand erhaben über Wogen schreitet, Wasser in Wein verwandelt und Brot sich wunderbar vermehren läßt, dann offenbart sich in diesen Taten Gott selbst den Menschen – wähnt man.

Merkwürdige Geschichten dieser Art sind vielfach auch außerhalb jener Texte aufzufinden, die ins Neue Testament Einlaß gefunden haben. Vor allem die Kindheitserzählung aus dem Thomas-Evangelium, es zählt zu den „apokryphen“ (= geheimen) Schriften, bietet dem staunenden Leser bunte Schilderungen, die bereits den Knaben Jesus als ganz und gar übermütiges Wunderkind darstellen:

„Das Knäblein Jesus, als es fünfjährig geworden war, spielte einst an der Furt eines Baches und leitete die dahinfließenden schmutzigen Wasser seitwärts in Gruben zusammen und machte sie sogleich klar, und zwar durch‘s Wort allein gebot er über sie. Und er machte aus Erde und Wasser einen schlammigen Lehmteig und formte daraus zwölf Sperlinge. Und es war Sabbat, als er das tat. Es waren aber noch viele andere Kinder mit ihm zusammen beim Spiel. Es sah aber ein Jude, was Jesus da beim Spielen am Sabbat tat, und ging spornstreichs hin und meldete seinem Vater Joseph: ‚Siehe, dein Knäblein steht da am Bach und hat Lehm genommen und zwölf Vöglein draus geformt und mit dieser Arbeit den Sabbat entweiht.‘ Und Joseph kam an den Platz, sah‘s und schrie ihn an: ‚Warum tust du am Sabbat solche Dinge, die zu tun doch nicht erlaubt ist?‘ Jesus aber klatschte in seine Hände und rief den Sperlingen zu und sagte ihnen: ‚Auf! Davon!‘ Und die Sperlinge schlugen mit den Flügeln und machten sich schreiend davon. Als aber die Juden das sahen, da erschraken sie und gingen heim und erzählten ihren Oberen, was sie Jesus hatten tun sehen.“

Es fällt nicht schwer, in solchen Schilderungen die allzu deutliche Absicht des Autors zu erkennen, besonders Erstaunliches kundzutun, um damit Aufsehen zu erregen. Daß bei der Entstehung dieser Fabeln die Frage, ob denn an alledem etwas Wahres dran sei oder nicht, eher müßig war, darüber sind sich die meisten Theologen einig. Getreu dem Motto: „Der Zweck heiligt die Mittel“ wurde Jesus von Nazareth immer wieder der Nimbus des „Wunderapostels“ zugedacht, um seine Person ein wenig zu bewerben – meist erfolgreich, wenn man es zum Beispiel als Erfolg werten will, daß das „Thomas-Evangelium“ sich bis heute großer Beliebtheit erfreut und auch in viele Sprachen übersetzt wurde – allen theologischen Zweifeln zum Trotz.

Aber so vorsichtig man diesen Erzählungen zur Kindheit des Gottessohnes von seiten der Kirchen begegnen mag, so vehement verteidigt man in eben diesen Kreisen andererseits auch noch die unglaublichsten Wundertaten des erwachsenen Jesus – und unglaublich (weil unmöglich) sind alle Schilderungen, die das Wirken Jesu außerhalb des Natürlichen ansiedeln. Deutlicher gesagt: Wir können zwar annehmen, daß durch die besondere Kraft und Befähigung Jesu Heilungen von Kranken und auch unmittelbare, innige Kontakte zu den naturgestaltenden wesenhaften Kräften möglich waren, daß der Gottessohn dadurch also manches bewirken konnte, das wundersam erschien; doch diese Taten vollzogen sich im Rahmen der Schöpfungsgesetze, während die anderen als Wunder kolportierten Ereignisse entweder blindem Glauben oder schlicht und einfach Mißverständnissen entsprangen.

So ist es zum Beispiel naheliegend, daß der berühmten „Speisung der Fünftausend“ (Matth. 14, 17-21) keine wunderbare Brotvermehrung im Sinne einer sagenhaften Vervielfachung von Materie zugrunde liegt (das anzunehmen, dürfte nicht nur jedem Physiker erhebliche Kopfschmerzen bereiten), sondern ein schlichtes Gleichnis, das allerdings vollkommen entstellt weitergegeben wurde: Jesus von Nazareth selbst lehnte es ausdrücklich ab, nur zum Beweis seiner Gottes-Vollmacht Wunderzeichen zu setzen (Mark. 8, 11-12) und beschrieb sich selbst beziehungsweise das von ihm gebrachte Wort der Wahrheit als das „Ð’rot des Lebens“: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht mehr hungern, und wer an mich glaubet, den wird nimmermehr dürsten.“(Joh. 6, 35)

Vor diesem Hintergrund gab auch Abd-ru-shin im Rahmen einer Fragenbeantwortung eine einleuchtende Erklärung zum sogenannten Speisungswunder Jesu: „Wohl hörten ihm fünftausend Menschen zu, er speiste sie dabei mit dem Worte Gottes, das dem Geiste Speise und Trank ist, aber nicht mit irdischen Dingen.“

Die Legende vom Opfertod und der Sündenvergebung

Gefragt, worin denn die zentrale Bedeutung des Wirkens Jesu zu erkennen sei, würde die Mehrzahl der Christen einem konfessionell ungebildeten Laien wahrscheinlich die „Standard-Frohbotschaft“ verkünden: Durch das Kommen des Gottessohnes wurden der Menschheit die Sünden vergeben!

Jesus als Retter und Erlöser, der für uns am Kreuz gestorben ist – dies gehört bis heute zu den zentralen christlichen „Glaubenswahrheiten“. Man nimmt an, daß ein weiser Gott seinen eingeborenen Sohn, also einen Teil seiner selbst, zur Erde gesandt hat, damit dieser sich foltern und ermorden läßt. Man geht weiter davon aus, daß infolge dieser unmenschlichen Schandtaten, die Teil eines „göttlichen Erlösungsplanes“ gewesen sein müssen (und die Übeltäter folglich nur notwendige Erfüllungsgehilfen), ein neuer, fester Bund zwischen Gott und der Menschheit entstanden sei, wodurch diese auch gleich von all ihren Sünden erlöst wurde. Und schließlich wird noch gelehrt, man brauche an diese Mission Jesu nur einfach zu glauben, dann könne man sich seines Seelenheils sicher sein.

Unglaublich? In der Tat kann man sich etwas Widersprüchlicheres als den christlichen Gedanken vom stellvertretenden Opfertod kaum vorstellen. Wenn das Leiden und Sterben Jesu gottgewollt und notwendig war, wenn der Schöpfer das grauenvolle Martyrium seines Sohnes wollte (während er kraft seiner Allmacht eine Erlösung der Menschheit doch sicher auch ohne diesen scheußlichen Kreuzestod hätte bewerkstelligen können) – was feiern wir dann zu Weihnachten eigentlich? Welches zweifelhafte Gottesgeschenk erhielt die Menschheit mit der Geburt Jesu?

Wer nun allerdings erforscht, worauf sich die Legenden vom Opfertod und von der Sündenvergebung gründen, wird in den Lehren Jesu dafür keinerlei Anhaltspunkte finden. Im Gegenteil: Alle Selbstzeugnisse des Gottessohnes weisen ausschließlich darauf hin, daß es ihm um seine Botschaft ging, und um sonst nichts:

„Ich bin dazu geboren und in die Welt kommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme.“ (Joh. 18, 37)

„Ich bin kommen in die Welt als ein Licht, auf daß wer an mich glaubet, nicht in Finsternis bleibe.“ (Joh. 12, 46)

„Ich bin kommen, daß ich ein Feuer anzünde auf Erden. Was wollt‘ ich lieber, denn es brennete schon?“ (Luk. 12, 49)

Das Feuer seines Wortes wurde nach dem Kreuzestod Jesu vor allem durch Paulus zu jenem Flächenbrand, der eine kleine jüdische Sekte zur Weltreligion werden ließ. Der sehr belesene Apostel mutierte bekanntlich vom leidenschaftlichen Verfechter des altehrwürdigen jüdischen Gesetzes, vom Christenverfolger Saulus, zum streitbaren Missionar.

Allerdings trug Paulus, der Jesus selbst nie begegnet war, nicht unwesentlich zu jener fragwürdigen Prägung des späteren (und heutigen) Christentums bei, das sich bei näherem Hinsehen so widersprüchlich darstellt. Auf seine Briefe an die christlichen Gemeinden in Rom und Korinth – es handelt sich dabei immerhin um die frühesten Zeugnisse christlichen Glaubens – geht die Lehre vom Opfertod und der allgemeinen Sündenvergebung zurück (vgl. Röm. 5, 8-10), und Paulus vertrat auch die Auffassung, daß der Mensch „allein durch den Glauben“ selig werden könne (Röm. 3, 28). In den vier Evangelien findet man hingegen nichts dergleichen; daß Jesus im Gegenteil von jenen, die ihm nachfolgen wollten, Arbeit an sich selbst forderte, wird aus den Überlieferungen unschwer deutlich. Stellt sich die bange Frage: Sollte man beim kirchlich geprägten Christentum nicht richtigerweise eher von einer paulinischen Lehre sprechen als von einem auf der Botschaft Jesu beruhenden Glauben?

Die Legende von Auferstehung und Himmelfahrt

Natürlich würde kein dogmatisch gebundener Christ je zwischen „paulinisch“ und „christlich“ unterscheiden, denn ihm gilt die Bibel ja insgesamt als das „Wort Gottes“. Und ebensowenig würde es ihm wohl in den Sinn kommen, an einer anderen Grundfeste seines Glaubens zu rütteln, die nicht nur bei Paulus eine zentrale Rolle spielt, sondern auch bei den Evangelisten; die also tatsächlich Ereignisse aus der nächsten Umgebung Jesu widerzuspiegeln scheint: Angesprochen ist die Legende von der leiblichen Auferstehung und „Himmelfahrt Christi“.

Wir wollen diese Geschichte hier trotzdem in Frage stellen. Denn in ihr spiegelt sich einmal mehr die offenbar unausrottbare Idee, ein wahrer Gott müsse als personifiziertes Wunder über die Straßen und Wasser der Welt wandeln. Und vielleicht erfreut sich diese Legende auch noch aus einem anderen Grund besonderer Beliebtheit: In dem Drama um Grausamkeit und Mord dürfte auch die Sehnsucht nach einem endgültigen Triumph des Guten eine mächtige Triebfeder des Glaubens sein. Wenn Jesus schon nicht das begehrte Schauspiel bot, herabzusteigen vom Kreuze, um seine göttliche Allmacht unter Beweis zu stellen, so bleibt zuletzt doch die Genugtuung, daß er von den Toten aufersteht und leibhaftig gen Himmel fährt ...

Es war nicht wirklich so. Läßt man einmal alle dramaturgischen Wünsche beiseite, die den Auferstehungsglauben von jeher inspiriert haben, und zieht in Betracht, daß die Himmelfahrt zur Zeit Jesu eine durchaus gebräuchliche Vorstellung war, wenn es darum ging, die nachtodliche Entrückung eines großen Menschen in Worte zu kleiden, dann kann man die ganze Legende schon etwas nüchterner beurteilen.

Nachvollziehbar ist auf Grund der biblischen Schriften erstens, daß das Grab Jesu nach dessen Kreuzestod leer angetroffen wurde (vgl. Joh. 20, 1-8), und zweitens, daß es in der Folge eine Reihe äußerst merkwürdiger Begegnungen mit dem Gottessohn gab.

Für das leere Grab läßt sich unschwer eine Erklärung finden – zum Beispiel die, daß einige Getreue den Leichnam ihres Herrn heimlich in Sicherheit brachten, um ihn vor jedweden Übergriffen zu schützen. Wie aber kann man sich die mehrfachen Begegnungen mit Jesus nach dessen Kreuzestod erklären?

Sie einfach als Humbug abzutun, wäre gewiß verfehlt, denn es waren von diesen Ereignissen ja mehrere Menschen aus dem näheren Umfeld des Gottessohnes betroffen, deren Leben eine tiefgreifende Änderung erfuhr: eine maßgebliche Stärkung im Glauben für die künftige Verbreitung des Wortes Jesu. Solch Bekennermut, der in der Folge zur Durchsetzung des Christentums führte, oft um den Preis des Märtyrertodes, entwächst nicht der bloßen Phantasie!

Wer sich in die überlieferten Texte zur sogenannten Auferstehung vertieft, findet darin unschwer einige Auffälligkeiten, die den Schluß zulassen, daß Jesus von seinen Getreuen nicht gesehen, sondern geschaut wurde. Der Gottessohn trat also nicht mehr in der zu Tode gemarterten physisch-grobstofflichen Körperhülle auf, die in wundersamer Weise wiederhergestellt worden war, sondern er zeigte sich den Seinen als feinstofflicher Seelenkörper. Diese Behauptung ist nicht allzu gewagt:

– Es gibt keinen ernstzunehmenden Hinweis darauf, daß Jesus von Nazareth sich nach seinem Kreuzestod auch außerhalb seines vertrauten Kreises zeigte oder gar seine Lehrtätigkeit wiederaufnahm. Wäre eine leibliche Auferstehung tatsächlich als letzter Beweis für die göttliche Mission Jesu vorgesehen gewesen, so läge darin doch nur dann ein Sinn, wenn möglichst viele Menschen den vermeintlich Gekreuzigten gesehen oder erlebt hätten. Indessen waren es im Laufe von 40 Tagen nur einige wenige Momente, in denen der Gottessohn sich einer kleinen Schar offenbarte – Menschen, zu denen es jene seelischen Bindungen gab, die den Kontakt über ein feinstoffliches Schauen erst ermöglichen.

Daß es um ein solches Schauen ging, wird auch aus einer Textstelle im Lukas-Evangelium deutlich, wo es heißt: „Da wurden ihre Augen geöffnet und sie erkannten ihn.“ (Luk. 24, 31) Da nicht anzunehmen ist, daß alle Jünger zu diesem Zeitpunkt geschlafen hatten, konnte es sich wohl nur um die inneren Augen handeln, die ihnen da „geöffnet“ wurden.

– Zum gleichen Schluß führt ein weiteres Zitat, in dem beschrieben ist, wie Jesus durch eine verschlossene Türe trat – daß dies mit einer physischen Erdenhülle ein Ding der Unmöglichkeit ist, braucht hier nicht näher ausgeführt zu werden: „Am Abend aber selbigen Sabbats, da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede sei mit Euch!“ (Joh. 20, 19)

– Im übrigen fällt in den Texten auf, wie sehr Jesus darum bemüht war, seinen ungläubig staunenden Jüngern und Freunden zu verdeutlichen, daß es sich wirklich um ihn handelte und sie nicht etwa irgendein geisterhaftes Trugbild vor sich sahen (vgl. Luk. 24, 39).

Kurzum: Wer anzuerkennen bereit ist, daß die Schöpfung nicht allein aus der physisch sichtbaren Welt besteht – und das tut eigentlich jeder, der von der Existenz einer unsichtbaren, schaffenden, höheren Macht überzeugt ist -, und wer weiter davon ausgeht, daß es eine von der grobstofflichen Körperhülle unabhängige Seele gibt, die nach dem irdischen Tod weiterlebt, der sollte mit der Erklärung, daß Jesu Auferstehung ein feinstoffliches Ereignis war, zumindest keine unüberwindbaren Probleme haben. Dasselbe gilt sinngemäß für die „Himmelfahrt“. Man lasse auch hier von dem naiven Bild ab, daß der Erdenkörper des Gottessohnes plötzlich einer Rakete gleich – oder auch sanft, von Levitationskräften emporgetrieben – abgehoben habe und über die Wolken entschwunden sei. Ebenso wie der Himmel im geistigen Sinn nicht das luftige Blau des sommerlichen Firmaments ist, sondern eine für sich bestehende, unstoffliche, ewige Welt, die nur gleichnishaft mit den Worten „über uns“ lokalisiert wird, so gilt es auch die Himmelfahrt als ein geistiges Ereignis zu erkennen, das jedenfalls mit einem Außerkraftsetzen physikalischer Gesetzmäßigkeiten nicht das geringste zu tun hat.

Jede andere Interpretation von Auferstehung und Himmelfahrt würde – wie die übrigen unsinnigen Legenden auch – nur eine Vielzahl unbeantwortbarer Fragen aufwerfen: Wenn es Jesus tatsächlich möglich war, seinen brutal ermordeten Erdenkörper wiederzubeleben und dieses Schauspiel seiner Mission dienen sollte, warum stieg er aus der gleichen Kraft dann tatsächlich nicht vom Kreuze? Wenn Jesus leiblich in den Himmel fuhr, warum kam er dann nicht auch auf diesem Weg zu uns herab? Es widerspricht sich doch, daß Jesus die Mühen einer Menschwerdung, vom Kleinkind an beginnend, auf sich genommen haben soll, wenn er den Artunterschied zwischen dem Geistigen und dem Irdischen ohne weiteres hätte überbrücken können.

Zu naheliegenden Fragen und Schlußfolgerungen dieser Art führt eine gedankliche Inkonsequenz, die unausgesprochen im Hintergrund steht: Einerseits wollen wir an einen Gott glauben, der ganz und gar im Sinne der wohlbekannten Naturgesetze wirkt, der also selbst durch und durch natürlich ist, weil wir sonst ja gar kein Vertrauen zu ihm fassen könnten; im selben Augenblick aber erwarten wir, daß der gleiche Schöpfer nach Belieben alles Normale außer Kraft zu setzen vermag. Hier das sich natürlich entwickelnde „Gotteskind“, welches seiner „Gottesmutter“ bedarf; dort der durch geschlossene Türen schreitende und in die Lüfte entschwebende Zauberkünstler. Beides ist aber miteinander nicht vereinbar.

Gott wirkt nur innerhalb seiner Gesetze, nicht anders. Das ganze lebendige Schöpfungsgetriebe ist die natürliche Sprache des Herrn, die wir zu erlernen und der wir uns anzupassen haben, wenn wir den Schöpfer erkennen wollen. Jegliche andere Vorstellung vom Wirken Gottes ist bloße Phantasie. Würde sich die Allmacht des Herrn tatsächlich als Willkür zeigen, die dort und da lohnend, bestrafend, lobend oder vernichtend ins Weltgeschehen eingreift, um ein Zeugnis seiner selbst abzulegen, wie man sich das oft in den grellsten Farben ausmalt, dann wäre ein furchtbares Durcheinander die Folge. Vor allem aber müßte ein gütiger Gott doch unentwegt ins Weltgeschehen eingreifen, um das Böse zu verhindern und das Gute zu fördern. Er tut es jedoch nicht, kann es nicht tun, weil gerade eine solche Willkür ein Stempel absoluter Ungöttlichkeit, Unvollkommenheit wäre.

Die allgültigen Gesetze der Schöpfung waren als Werk des Herrn von Anfang an vollkommen, und sie sind es immer noch; sie brauchen nicht stetig nachgebessert zu werden.

Die puritanischsten Dogmatiker beziehungsweise Fanatiker könnten nun lediglich noch einwenden, daß das Tun und Lassen Gottes, daß die Wege des allmächtigen Schöpfers eben so unerforschlich seien, daß wir sie nie begreifen werden. Dann allerdings wäre es absolut unverständlich, warum der Drang nach Erkenntnis überhaupt in uns Menschen schlummert. In Wahrheit können wir die Sprache des Herrn, die Gesetze der Natur, durchaus erkennen – wodurch sich uns der Weg zu einer Gotterfahrung abseits dogmatischer Einengung oder konfessioneller Bindung öffnet.

Jegliche Legendenbildung steht diesem Erkenntnispfad als hemmende Mauer entgegen. Sie muß zuvor zertrümmert werden. Und diese Abbrucharbeiten betreffen gerade auch die Auferstehung und die Himmelfahrt des Gottessohnes. Denn während die Evangelisten, die Jesus ja aller Wahrscheinlichkeit nach nicht persönlich gekannt hatten (1), sich im großen und ganzen mit einer Schilderung der Ereignisse zufriedengaben, so, wie sie ihnen eben überliefert wurden, setzte der Apostel Paulus in seiner etwas deklamatorischen Art noch einiges drauf, wenn er die leibliche Auferstehung ins Zentrum des christlichen Glaubens überhaupt rückt und meint: „Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich. So ist auch euer Glaube vergeblich.“ (1. Kor. 15, 14)

Es verwundert nicht, daß ein so festzementiertes Fundament des Glaubens, das keinen Zweifel zulassen will, das Christentum bis heute in Fesseln schlägt. Allerdings gehen die Zeiten langsam vorbei, in denen geistliche Würdenträger das Denken einfach mit der gefährlichen Drohung einer Verbannung aus dem Schoß der Kirche untersagen konnten. Und so schlägt das Pendel heute ins andere Extrem aus, und man stellt mit dem „Christus des Glaubens“ auch viele herausragende Werte aus der Botschaft Jesu in Frage ...

Hinweis:
(1) Evangelist und Jünger/Apostel Jesu ist nicht ein und dasselbe!

Autor: Werner Huemer


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