Das Diktat der Sachzwänge - Spirituelle Werte

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Das Diktat der Sachzwänge

SINNFRAGEN > Zwiespalt Kopf-Herz
Die Möglichkeiten unseres Verstandes

Vermutlich werden Sie, meine Damen und Herren, den ersten Teil vieler oder vielleicht aller eben gestellten Fragen mit „nein”, oder zumindest nur sehr eingeschränkt mit „ja“ beantworten wollen. Könnte es nicht sogar sein, daß es viele, sehr viele Lebensbereiche gibt, wo uns das Ausweichen über den „Kopf” mehr Probleme bringt als löst? Doch können wir andererseits auf unsere Gefühls- und Empfindungswelt immer vertrauen?

Wollen wir der Antwort auf diese Fragen näherkommen, so müssen wir untersuchen, womit wir es bei diesen zwei Instanzen, dem Kopf und dem Herzen, überhaupt zu tun haben!

Betrachten wir also nun zuerst die Möglichkeiten und Grenzen unseres Verstandes:

In den Möglichkeiten liegen aus der Natur der Sache heraus auch gleichzeitig die Grenzen! Denn dort, wo selbst die phantastischsten Möglichkeiten enden, dort befindet sich eben die Grenze. Der Verstand ist nichts anderes als das Ergebnis der Arbeit unseres Vorderhirns und kann in Wirklichkeit keine höheren Leistungen bringen, als uns bei der Lösung rein irdischer Fragen und Probleme zu helfen. Er ist also ein Werkzeug, das uns hilft, im irdisch-praktischen Leben zurechtzukommen. Das ist zwar schon viel, aber noch nicht alles!

Alle Fragen über zwischenmenschliche Beziehungen, alles, was mit dem Seelischen und jeglicher höheren Intuition zu tun hat, alles, was uns dem Ursprung des Lebens, also dem Schöpfer des Weltalls, näherbringen soll, benötigt zum Erfassen eine höhere Instanz in uns: den Geist! Dieser zeitlose, nicht alternde Geist, manchmal auch „Höheres Selbst” genannt, befindet sich zwar in uns, sitzt aber nicht in unserem Verstand, sondern ist unabhängig davon!

Dazu möchte ich Ihnen einen Satz von Werner Huemer vorlesen, den ich persönlich sehr bemerkenswert finde:

„Erlebt nicht jeder Mensch zwei Stimmen in sich, die beide etwas „wollen” können - eine rationale, deren einziges Streben das nach Vorteilen ist, die sich auch meist lautstark in den Vordergrund drängt, und eine andere, die Stimme des Gewissens, die sich, meist still im Hintergrund, werteorientiert ausdrückt?”

Schauen wir hinaus in die Welt, so müssen wir leider feststellen, daß die  Ereignisse von Tag zu Tag immer chaotischere Ausmaße annehmen, und daß es sich besonders massiv in den Bereichen zeigt, wo der Mensch vorher intensiv Hand angelegt hat. Kann es also sein, daß die Spezies ‚Mensch’ die Dinge doch nicht so gut im Griff hat, wie sie es gerne möchte?

Der Berliner Prof. Bernd Senf sagt dazu:

„Die Menschheit befindet sich in einer Phase tiefgreifender, umfassender Zerstörungsprozesse, die die ganze Erde erfaßt haben und die sich in vielfältigen Krisensymptomen äußern ...

Katastrophenmeldungen überschlagen sich mittlerweile derart, daß es einem fast den Atem verschlägt, wenn man noch nicht vollends abgestumpft ist. ... Der wissenschaftliche und technologische Fortschritt scheint immer weniger in der Lage, die sich zuspitzenden Krisen zu handhaben oder auch nur ihre tieferen Ursachen zu begreifen.

Was ist passiert mit der Menschheit, daß sie sich und das Leben an den Rand des Abgrunds gebracht hat?”

Die Einzel- und Massenschicksale, Natur, Wirtschaft, Politik, Finanzwesen und Religion driften ja in einen Zustand immer größerer Unordnung und geringerer Beherrschbarkeit ab! Lösungen sind nicht in Sicht, da die eigentlichen Ursachen nicht berücksichtigt werden, sondern statt dessen die ganze Energie zur Bekämpfung der Symptome und der Folgen sinnlos verbraucht wird.

Doch was sind die Ursachen? Der Grund des allgemeinen Chaos scheint mir im wesentlichen darin zu bestehen, daß wir Menschen uns von einer übergeordneten Vernunft getrennt haben. Wir beachten zwar die Naturgesetze in der Technik und in den Naturwissenschaften peinlich genau, doch haben wir uns angewöhnt, diese in den darüber hinausgehenden Bereichen, die für unser Überleben mindestens genau so wichtig sind, außer acht zu lassen.

Das Diktat der Sachzwänge

Und dabei kommen wir ganz häufig in diesen besagten Zwiespalt zwischen Kopf und Herz hinein! Denn der Kopf sagt uns immer wieder, daß wir ja schließlich aus vielen Sachzwängen gar nicht heraus können und Kompromisse schließen müssen. Er sagt uns z. B., daß wir keine andere Wahl haben als uns aggressiv gegen die Konkurrenz durchzusetzen; um unsere Interessen zu wahren, um unsere Einnahmequellen nicht zu gefährden. Er sagt uns, daß wir eine unharmonische Beziehung nicht beenden können, da sonst das neugebaute Haus „unter den Hammer kommt“, er sagt uns auch, daß wir unserem launenhaften Chef keine Grenzen setzen dürfen, um unseren Arbeitsplatz nicht zu gefährden. Und wenn wir alleine auf ihn hören, sagt er uns weiterhin, daß es kein Leben nach dem Tod gibt, so daß ja eigentlich nichts dagegen spricht, ruhig auf Kosten der Mitmenschen möglichst auf die Sonnenseite dieses kurzen und scheinbar einzigen Lebens zu kommen, und vieles mehr.

Demgegenüber sagt uns andererseits unsere Empfindung, unser Herz, daß wir oft nicht richtig handeln, daß wir nicht mutig genug sind, uns manchen Sachzwängen zu widersetzen und uns damit Entwicklungsmöglichkeiten nehmen, weil wir die Handlungsalternativen nicht erspüren und beherzt durchsetzen!

Deswegen müssen wir zur übergeordneten Vernunft, man kann auch sagen, zur Kenntnis und Beachtung der kosmischen Gesetze, oder der „Spielregeln des Lebens“ zurückkehren, wenn sich die Dinge im Großen wie im Kleinen erkennbar bessern sollen.

Glaube oder Wissenschaft?

Doch woher sollen wir die Kenntnis von den Naturgesetzen, denen wir unter­worfen sind, bekommen: von der Wissenschaft, oder aber von der Religion, vom Glauben? Ist es aber nicht so, daß Wissenschaft und Religion, Glaube und Logik schon seit vielen Jahrhunderten zwei weitestgehend getrennte Welten sind? Und beide Bereiche schaffen es in ihrem heutigen Zustand nicht, eine Besserung der Lage herbeizuführen, weil ihre Grenzen zu eng geworden sind und deswegen weite Teile der Wirklichkeit regelrecht ausblenden!

Nehmen wir den Begriff „Glaube”. ‚Glaubenkönnen’ wird, ähnlich wie musikalische oder künstlerische Fähigkeiten, einfach als gegeben angesehen - entweder man kann es oder man kann es eben nicht. ‚Glauben’ im herkömmlichen Sinne heißt; nicht fragen und erst recht nicht kritisch denken! Denn das Zulassen kritischer Fragen und die Suche nach Logik im Bereich der bei uns verbreiteten Religionen würde für viele Menschen schnell Unsicherheit und Zweifel mit sich bringen. Gegen diese geahnte Unruhe wehren wir uns nicht selten und lassen die dahinterstehenden Unklarheiten lieber im Raum stehen!

Und die Wissenschaft? Kann sie uns weiterhelfen? Allein die extreme Umweltzerstörung, die unübersehbaren Probleme unseres Finanzsystems, der Globalisierung und das sich verschärfende soziale Gefälle beweisen, daß im bestehenden Denken und Handeln etwas Entscheidendes fehlt: die Ethik und die Werteorientierung. Doch gerade diese werden im Namen der Forschungsfreiheit und natürlich um des Profites willen nicht selten geopfert.

Wir stehen also im Grunde vor der Aufgabe, endlich die Einheit von Glaube und Wissen zu finden, damit die Religion logisch und die Logik religiös wird. Und das heißt für beide Bereiche: sie müssen freiheitlich, natur- und menschenfreundlich werden und einem tieferen Sinn folgen! Gelänge dies, so wäre das gleichbedeutend mit der Auflösung des Zwiespaltes zwischen Kopf und Herz! -


 
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