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Atheismus

Gedanken zu einer verständlichen Geisteshaltung

Zum Glück leben wir nach langer Zeit endlich wieder in einem Kulturkreis mit sehr weitgehender Meinungsfreiheit und dem grundlegenden Recht auf Gesinnungs- und Religionsfreiheit. So darf jeder Mensch auch in Religionsfragen seine eigene Überzeugung leben - und so kommen viele zu der Auffassung, dass sie besser ohne Gott fahren, um zufrieden und sinnerfüllt leben zu können.

Meiner Ansicht nach ist ein wesentlicher Grund dafür eigentlich schon einleitend erwähnt: Viele Menschen sind froh, dass sie nach jahrhundertelanger "Glaubenspflicht" oder "Glaubenszwangsbeglückung" nun endlich selbst entscheiden dürfen, was sie glauben möchten und was nicht.


Außerdem bestätigen die Nachrichten tagtäglich, dass die schlimmsten Konflikte, Morde und Kriege dieser Welt von sogenannten Glaubensrichtungen oder -gemeinschaften verübt werden, während in den Staaten, die eine stärkere Trennung von Staat und Religion praktizieren, die Verhältnisse weitaus besser und liberaler sind.

Hinzu kommt noch, dass so gut wie alle Glaubensrichtungen sehr rückwärtsgewandte, archaische Muster pflegen und sich von jeglicher Logik in ihren Gedankengebäuden verabschiedet haben. Sie verlangen nichts anderes als einen blinden Glauben, der sich aller Vernunft und allen Erfahrungsgrundsätzen entzieht! Ja, mehr noch: Je unglaublicher es ist, an das ein Mensch glaubt und je weniger Zweifel er dabei hat, selbst wenn sein sogenannter Glaube allen Naturgesetzmäßigkeiten widerspricht, desto "gottwohlgefälliger" lebt er - der Meinung der Angestellten dieser Glaubensrichtungen zufolge! Der Grund ist klar: Sie wollen unbequeme Fragen vermeiden, auf die sie selbst keine Antwort haben und schieben sie lieber auf den angeblich von ihnen vertretenen Gott, "dessen Wege eben unergründlich sind".


Damit haben sie aber ein Gottes-Zerrbild geprägt, das voller Willkür, Unfreiheit und Unterdrückung ist - in der Regel nur aus dem Bestreben heraus, ihre eigene Existenz zu sichern und größere Macht zu entfalten. Die Geschichte lehrt ja bis auf den heutigen Tag, dass Vertreter und Mitglieder vieler Konfessionen weltweit mit abscheulichen, menschverachtenden Methoden, mit Folter, Verbrennungen, Verstümmelungen, Ruf- und sonstigen Morden, Unterdrückung und seelischer Grausamkeit gearbeitet haben bzw. arbeiten, nur um ihre Machtbestrebungen durchzusetzen. Das alles mit dem Namen "Gott" auf den Lippen, dem die Greueltaten angeblich wohlgefällig sind und den sie damit mitverantwortlich machen wollen. So wird natürlich jedes Vertrauen, jeder innige Bezug zu ihm zerstört und der Gottesbegriff regelrecht ruiniert.


Von daher ist es allzu verständlich, wenn ein denkender Mensch sich von derartigen Zerrbildern der höchsten Macht innerlich verabschiedet; es ist letztlich ein Zeichen, dass sich dieser Mensch seine eigenen Gedanken macht, seine persönliche Freiheit in Anspruch nimmt und nicht stumpf entstellenden Gottesbildern hinterherläuft!

So schreibt Werner Huemer treffend in Bezug auf Jesus von Nazareth: "Eigentlich ist das Bild, das die Kirchen vom „Christus des Glaubens“ zeichnen, im Grunde genommen beschämend: Man sieht in ihm den allmächtigen Wundertäter, der durch allerlei Kunststücke wie Brotvermehrung, Krankenheilung oder Totenerweckung die Naturgesetze außer Kraft setzt, dadurch die Glaubensgunst seines staunenden Publikums erwirbt, und der zuletzt im Auftrag seines Vaters für die Menschheit sein Leben läßt, um diese stellvertretend von aller Schuld zu befreien ...

Diese Vorstellung ist deshalb beschämend, weil man sie nur entweder glauben kann – und zwar blind, da logisches Denken darin keinen Anhaltspunkt findet – oder eben ablehnen muß, sofern man daran gewöhnt ist, daß das Streben nach Wahrheit immer auch ein Streben nach Klarheit ist. Sie ist beschämend, weil sie tiefer denkende und empfindende Menschen ausschließt, vielleicht sogar in den Atheismus treibt und damit eigentlich einen Verrat an der Mission Jesu begeht."




 
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