8. Skorpion - Spirituelle Werte

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8. Skorpion

SINNFRAGEN > Astrologie

Das achte Lebensprinzip - Skorpion

Verpflichtung und Hingabe, Begehren und Überwindung

Mit dem Skorpionzeichen verbindet die Astrologie im aufbauenden Sinne Eigenschaften wie Verpflichtungsbereitschaft, Idealismus, Selbstlosigkeit, Tiefgründigkeit, Entschlossenheit, Selbstüberwindung, Prinzipientreue, Opferbereitschaft, Selbstbeherrschung und starke Regenerationsfähigkeit. Im Problemfall aber auch Fanatismus, Kontrollsucht, Leidenschaft, krankhaftes Begehren, Prinzipienreiterei, Rachsucht, Unduldsamkeit, Zwanghaftigkeit, Dogmatismus und Intoleranz.

Das Skorpionzeichen ist in sich von Natur aus sehr spannungsreich, denn es hat mit dem Begehren und dem Überwinden zu tun. Das Begehren bringt die Neigung mit sich, so viele Menschen und Dinge wie möglich an sich zu ziehen, um sie zu untersuchen, in die geheimsten Winkel einzudringen und Hintergründe und verborgenste Motivationen zu erforschen. Es geht also darum, regelrecht mit einem Röntgenblick das Geheimste an den Tag zu bringen, damit der skorpionbetonte Mensch weiß, womit er es zu tun hat. Dabei üben insbesondere Tabu-Themen oft die stärkste Faszination auf ihn aus, da er in ihnen unentdeckte und unerschlossene neue Welten vermutet. Gleichzeitig wirkt in ihm die genauso starke Kraft, das Begehrte wieder zu überwinden, damit er nicht abhängig davon wird.


Der Sinn des Prinzips: Vom „Ich“ zum größeren Ganzen


Nachdem der Mensch im vorhergehenden Lebensbereich, der Waage, alle möglichen Impulse erlebt hat, fängt er nun im Skorpion an, sie zu sammeln und zu ordnen, ähnlich wie das gegenüberliegende Zeichen Stier. Während der Stier sich allerdings vorwiegend um die praktischen und materiellen, also „griffigen“ Dinge kümmert, sammelt der Skorpion Ideen, Impulse, Ideale, Prinzipien und Leitbilder. Er schaut, welche er als wichtig und wertvoll ansieht, und wird anschließend bereit sein, sich ihnen innerlich zu verpflichten und hinzugeben.



Der ins Zeichen Skorpion eintretende Aszendent (AC) mit dem herrschenden Planeten Pluto



Alle Prinzipien ab dem siebten, der Waage, haben mit der Hinwendung von der eigenen Person zur Begegnung zu tun, und so geht es im Skorpion um die Verpflichtung an ein über- und außerpersönliches Zentrum! Man will mehr von sich selbst wegkommen und sich hingeben an das, was der Allgemeinheit nützt, an das größere Ganze, auch unter Aufgabe eigener Bequemlichkeiten.

Das selbstlose Bestreben, ein Ideal umsetzen zu wollen, bringt von Natur aus oft eine große Kraft, die bis zur Selbstaufopferung führen kann. Ein Beispiel dafür ist im großen die notwendige Verteidigung des eigenen Landes, wenn es vom Feind überfallen wird. Diese würde niemals funktionieren ohne diese Bereitschaft zur Selbstaufgabe bis hin zum Tod für ein höheres Ideal – in diesem Falle die Freiheit und Unabhängigkeit des eigenen Volkes, damit aber auch die eigene! Richtig umgesetzt wäre diese Verpflichtungsbereitschaft auch im normalen Leben sehr nützlich und würde ein blühendes Gemeinwesen fördern. Würde jeder Mensch seinen Skorpionanteil derart nutzen und einen Großteil seiner Energie in den Dienst der Allgemeinheit stellen, so stünden logischerweise die Ergebnisse dieser Arbeit auch wiederum der Allgemeinheit und damit zuletzt ja jedem einzelnen wieder zur Verfügung.


Die verbogene Form: Geburt des Fanatismus

Das Bestreben des Skorpions, ein Leitbild an die oberste Stelle zu setzen und sich ihm zu verpflichten, kann aber so weit gehen, dass sich in seiner Vorstellungswelt das Leitbild verselbständigt. Es dient dann nicht mehr den Mitmenschen, der Umwelt oder dem Leben, sondern der falsch skorpiongeprägte Mensch kommt zu der Ansicht, dass es genau umgekehrt sein muß – ausnahmslos alle Menschen haben sich ebenfalls kompromisslos nach dieser Vorstellung, der er sich unterwirft, zu richten! Da die Mitmenschen das allerdings verständlicherweise nicht tun, tritt er dann in einen sisyphosähnlichen Kampf gegen sie ein, in der vergeblichen Hoffnung, sie zuletzt doch noch von seinem Standpunkt, der für ihn der allein richtige ist, zu überzeugen.

Als Mittel wählt er dazu mehr oder weniger stark die Provokation und die Gewalt. Ist beispielsweise sein Leitbild der Vegetarismus, so wird er alle Mitmenschen, die Fleisch essen, als Aasfresser und zurückgebliebene Primitive ansehen und versuchen, sie wieder in ein „vernünftiges, normales“ Leben als Vegetarier zurückzuholen. Gelingt das nicht, so verachtet er sie zutiefst, und sie sind bei ihm „unten durch“.

Beschäftigt er sich weiterhin extrem stark mit diesem Bereich, so kann sich durch das Anziehen ähnlicher Gedankenformen und deren Verdichtung eine derart große Beeinflussung daraus ergeben, dass er für sich die Notwendigkeit sieht, als Schützer und Rächer der misshandelten Tiere aufzutreten und militant gegen alle Formen der Fleischindustrie vorzugehen: durch Beschimpfung aller „Tiermörder“, durch Anschläge auf Tiertransporte und fleischverarbeitende Betriebe.

Dieses Beispiel läßt sich auf praktisch alle anderen Bereiche übertragen, in denen Fanatismus zum Tragen kommt. Wie wir außerdem an ihm sehen können, liegt eine ganz bestimmte Tragik darin: Das Leitbild hat sehr oft einen wahren und guten Kern, seine Verwirklichung wäre, wenigstens in Teilen, oft wünschenswert. Das Problem ist aber erstens eine kompromisslose Entweder-Oder-Einstellung, die keine sinnvollen Zwischenstufen und Übergänge zuläßt, und zweitens eine völlig unangepasste Wahl der Mittel, ein schwerwiegender gedanklicher, verbaler oder auch tätlicher Angriff auf die anderen Menschen, um sie gewaltsam von ihrem bisherigen Tun abzuhalten und damit auch ihre Willensfreiheit zu unterlaufen.

Das Skorpion-Prinzip kann aus diesem Grund das kritischste und gefährlichste Gebiet des ganzen Tierkreises werden, wenn die Ideen und die Ideale, denen sich der Mensch verpflichtet, einseitig, eingeengt, verbogen, also einfach falsch sind! Liegt diesen Leitbildern noch eine gewisse Aggressivität zugrunde – und der herrschende Planet Pluto gilt als die „höhere Oktave“ des durchsetzungsstarken Mars –, so führt das in der Steigerung leicht bis zum Fanatismus und zur Gewalt.

So führte beispielsweise in den 1970er Jahren die RAF, die „Rote Armee Fraktion“, einen verbissenen Kampf gegen den ihrer Meinung nach kapitalismusverseuchten Staat und gegen die Vertreter des Kapitalismus selbst und schreckte dabei vor Entführung und Mord nicht zurück; auch dies ein Skorpion-Phänomen. Momentan sind vor allem Anhänger verschiedener „Glaubens“-Richtungen auffällig, die sich in einem nicht mehr zu kontrollierenden Fanatismus gegenseitig auf grausame Weise ermorden. Sie leben sehr schnell in der Auffassung, allein den wahren Glauben zu haben. Andere Menschen, die ihre Ansichten nicht teilen wollen, betrachten sie als Ungläubige, Abtrünnige oder mit dem Satan im Bündnis Stehende, die deshalb zu vernichten seien.

Doch auch im Kleinen betrifft diese Problematik jeden Menschen, der überzogen stark nach seinen „Prinzipien“ lebt und versucht, diese seiner Umgebung gewaltsam aufzudrücken. Er missachtet damit die dem Menschen von vornherein gegebene freie Willensentscheidung, die bedingt, dass jeder Mensch sein Leben und seine Ideale selbst finden muss. Dieser tyrannische Typ ist nun millionen- oder gar milliardenfach auf der Erde zu finden. Leben nicht sogar wir alle in der Gefahr, uns Rechte gegenüber den Mitmenschen herausnehmen zu wollen, die in Wirklichkeit gar nicht bestehen? –


Die gehemmte Form: Erleiden und Abhängigkeit

Erlebt ein Mensch das stark verletzte Skorpion-Prinzip in der gehemmten Form, so wird er mit dem Thema „Macht“ in der Erleidensform konfrontiert. Er zieht dann den eben geschilderten Typ an, der das gleiche Problem hat, aber in die sogenannte „Eltern-Rolle“ gestiegen ist. Dieser wird der gehemmten Person mit teilweise recht massivem Druck sagen, wie sie ihr Leben gefälligst zu führen habe, um „richtig“ zu leben, und wird sie fremdbestimmen. Die gehemmte Person hat also Angst, das Leben nach eigenen Vorstellungen zu leben. Sie ist in Gefahr, in eine derartige Abhängigkeit, Unmündigkeit und Fremdbestimmung hineinzugeraten, dass sie am Ende in die Entscheidung getrieben wird, entweder zu einem eigenen Leben kommen zu müssen oder aber seelisch zu verkümmern.


Lösungsansatz: leben und leben lassen

Das Skorpionprinzip fordert uns heraus, uns bewusst zu machen, dass jeder Mensch nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht hat, zu eigenen Vorstellungen über seine Lebensführung zu kommen, denn er allein trägt auch die Verantwortung für sich und muss auch alleine die Folgen im Guten wie im Schlechten tragen. Drücke ich anderen die Vorstellungen auf, die aus meiner aktuellen und meist sehr begrenzten Sichtweise entstehen, so überfremde ich sie und hemme sie damit auf ihrem Weg, statt sie zu fördern.




Das Horoskop des großen indischen Freiheitskämpfers und Pazifisten Mahatma Gandhi.
Er hatte einen Skorpion-Aszendenten und die Sonne in der Waage, im 12. Haus. Mit zahlreichen Spannungsverbindungen der Planeten,
insbesondere im 1., 7. und 10. Haus, war er das lebende Beispiel dafür, dass sich problematische Konstellationen
mit festem Wollen zum Guten in ein segensreiches, mutiges und aufbauendes Wirken umwandeln lassen.



Selbst wenn ein Mitmensch einen objektiv erkennbar falschen Weg geht, so berechtigt uns das nicht, gewaltsam einzugreifen, solange unsere eigenen Rechte nicht massiv verletzt werden. Wir dürfen nur mit guten Argumenten an seine Einsicht appellieren. Nimmt er nichts an, so muss man ihn laufen lassen, da er die Erlebnisse seines eingeschlagenen Weges offensichtlich braucht, um noch wichtige Erfahrungen zu machen.

Im umgekehrten Fall, also der Bereitschaft zur Einsicht, können Menschen aber auch zu den grundlegendsten Persönlichkeitsveränderungen und zu fundamentaler Umkehr fähig sein, wenn sie diese enormen Skorpionenergien in die richtigen Kanäle leiten. Das setzt das im Zwillingsprinzip erwähnte Klären der Begriffswelt voraus, denn die richtigen Kanäle für die manchmal gestauten Energien sind das Umstellen falscher in richtige Begriffe, die ein folgerichtiges Handeln ermöglichen. –

Der fortgeschrittene Skorpion hat die Fähigkeit, mit untrüglichem Blick hinter die Fassaden aller Dinge zu schauen – es ist unmöglich, ihm irgend etwas vorzumachen. Das macht ihn bei Menschen, die oberflächlich oder unehrlich leben wollen und sich demaskiert fühlen, überhaupt nicht beliebt. Zu schauspielern oder sich in oberflächlichen Formen gesellschaftlicher Höflichkeit zu bewegen, ist gar nicht seine Sache: Er liebt das Tiefgründige, die Klarheit und lebt sie auch. Deshalb scheiden sich auch am reiferen Skorpion die Geister! Wer aber ernsthaft nach Zusammenhängen, Sinn, innerer Reife und Wahrheit strebt, wird in ihm eine wertvolle Anlaufstelle und einen treuen Wegbegleiter finden!

Die hohe Kraft bewussten Eintretens für die richtigen Ideale verleiht dem reifen Skorpion eine überragende Durchsetzungs- und Regenerationsfähigkeit, die ihn nicht selten zum bahnbrechenden Erneuerer mit fast übermenschlichen Leistungen werden lässt.

 
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