7. Waage - Spirituelle Werte

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7. Waage

GEISTIGES WISSEN > Astrologie

Das siebte Lebensprinzip - Waage

Begegnung und Partnerschaft, Ausgleich und Vermittlung

Mit dem Waagezeichen verbindet die Astrologie im aufbauenden Sinne Eigenschaften wie Kontaktfreude, Aufgeschlossenheit, Geselligkeit, Höflichkeit, Sinn für Ästhetik, Vermittlungsbestreben, Kompromissfähigkeit und Ausgleichsbestreben. Die Schattenseiten zeigen Oberflächlichkeit in der Begegnung, Initiativlosigkeit, Entscheidungsschwäche, Streben nach Scheinharmonie und Angst vor Gefühlen.

Schauen wir uns wieder in aller Kürze die logische Abfolge der ersten sechs Sternzeichen an: In der Einheit der ersten drei Lebensprinzipien geht es um unsere Persönlichkeitsentfaltung (Widder), -verankerung (Stier) und unsere Bewegung im Umfeld (Zwillinge), in der Einheit der nächsten drei Bereiche um unsere seelische Übereinstimmung (Krebs) mit unserem Verhalten (Löwe), das wir an die äußeren Bedingungen anpassen müssen (Jungfrau). Diese sechs Prinzipien können wir unmittelbar beeinflussen und umstellen, wir haben sie also selbst in der Hand!


Der Sinn des Prinzips: Begegnung

Ab dem nun folgenden siebten Sternzeichen, dem Waageprinzip, gibt es eine wesentliche Veränderung, da es ab dort um unsere wechselseitige Beeinflussung der Umwelt und durch die Umwelt geht, also um die Begegnung. Alle diese Bereiche können wir nur indirekt beeinflussen und verändern, indem wir durch eine tatsächlich stattgefundene innere Entwicklung andere Menschen und Lebensbedingungen anziehen.

Im Zeichen Waage strecken wir also unsere Fühler zum „Du“, zum Mitmenschen, hin aus, und aus der Natur der Sache ergeben sich daraus zwei Wege:

1. Der Einfluss vom „Ich“ auf das „Du“, die Mitprägung der Umgebung durch mein eigenes Verhalten.

2. Der umgekehrte Einfluss des „Du“ auf das „Ich“, also unsere Prägung durch die Mitmenschen und andere Einflüsse.

Das kardinale, äußerst wichtige Waageprinzip öffnet uns also das Tor zur Welt. Durch die Einflüsse, die wir hinaussenden oder aber hereinlassen, können wir Unterscheidungs- und Urteilsvermögen entwickeln und nach und nach ein wachsendes Verständnis für andere Lebensformen unserer Mitmenschen erreichen. Auch Fehler gehören zu unserem Entwicklungsweg. Hier gibt uns das Naturgesetz der Wechselwirkung, das uns dann die unliebsamen Folgen bringt, immer wieder Gelegenheit, sie zu korrigieren – wenn wir bereit sind, darauf zu achten!

Der Begegnungsbezug des Waageprinzips bringt dann noch einen anderen Schwerpunkt: das Bemühen, zu vermitteln, damit Gegensätze ausgeglichen oder zumindest entschärft werden können und Frieden gestiftet wird. Da die Waage ein Luftzeichen ist und unter der Herrschaft der Venus steht, sind Waagegeborene dazu sehr oft gut ausgestattet mit herzerwärmender Frische und Offenheit, mit Schönheit und Charme, mit vertrauenerweckendem Wesen und überdurchschnittlicher Redegewandtheit.


Die verbogene Form: Schein statt Sein


Die Waage steht dem Widder gegenüber, in der sogenannten Opposition, was typischerweise auch ein gegensätzliches Verhalten im Problemfall bringt. Wenn nicht andere Faktoren dagegen sprechen, wird eine typische Waage selten aggressiv reagieren und sich damit möglicherweise unbeliebt machen, wie es auch bei Zwillingen der Fall ist. Luftzeichen möchten ihre Kontakte auf jeden Fall aufrechterhalten und sie keinesfalls verlieren!

Waagegeborene stehen deshalb eher in der Gefahr, vor der Aufarbeitung eigener Probleme zu fliehen, und zwar gerade über die Kontaktebene: Man nimmt alle Beziehungsmöglichkeiten über ein gesteigertes Gesellschaftsleben wahr, um viele Menschen zu treffen, was aber dann leicht in oberflächlichem Umgang miteinander enden kann.

Was vor den Zeiten des Internets immerhin noch persönliche Begegnungen gebracht hat, kann sich heute auf eine unter Umständen gefährliche Ebene verlagern, in der es vorwiegend nur noch virtuelle, also über den Computer gepflegte Kontakte gibt. Es haben sich bereits gigantische Plattformen, die „sozialen Netzwerke“, gebildet, von denen das größte über eine Milliarde, das zweitgrößte bereits über eine halbe Milliarde Mitglieder zählt. Hier ist es möglich, eine beliebig große Zahl an „Freunden“ und „Freundinnen“ zu gewinnen, die man vielleicht niemals persönlich zu Gesicht bekommt.

Einerseits ist es natürlich eine großartige Gelegenheit, Kontakte zu weit entfernten Menschen zu knüpfen, die früher schlichtweg nicht möglich gewesen wären. Andererseits ergibt sich aber daraus die Herausforderung, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen „echten“ Menschen mit persönlicher Begegnung und den „Computerfreundschaften“ zu finden. Noch mehr: Besonders bei den virtuellen Freundschaften muß stets überprüft werden, ob sich der Austausch nicht immer mehr auf eine oberflächliche Ebene verlagert, die zuletzt auf Zeitverschwendung hinausläuft.

Soziologische Studien zeigen vielfach bedenkliche Entwicklungen auf! So ist die Zahl der SMS, also Handy-Kurznachrichten, lawinenartig angewachsen, und Teenager versenden durchschnittlich sage und schreibe 100 SMS pro Tag! In einem Beitrag des Radiosenders SWR wurde das immer häufiger anzutreffende Phänomen angesprochen, dass Jugendliche zwar noch persönlich mit anderen in Lokale gehen, sehr viele dort aber sofort ihr Smartphone auspacken und somit jeder für sich mit entfernten Freunden „simst“, anstatt sich mit den anwesenden Freunden aus Fleisch und Blut persönlich zu unterhalten. Befragt, warum sie ihr Smartphone nicht ausschalten, kommt in der Regel die Antwort, man könnte ja eine wichtige Nachricht verpassen.

Auch sonstiger Medienkonsum kann in eine gefährliche Einbahnstraße führen, indem man sich durch zuviel und kritiklosen Konsum gehaltloser oder gar fragwürdiger Filme und Fernsehprogramme in ein Scheinerleben begibt, das mit wirklichem Leben nur noch wenig oder gar nichts mehr gemein hat und damit Reifungsmöglichkeiten unterbindet.

Gerade diese Verzerrung des Waageprinzips, das „Einlullen-Lassen“ über falschen Medienkonsum, ist extrem gefährlich, weil es schleichend verläuft und nicht weh tut. Es erzeugt sehr wahrscheinlich auch in unserer jenseitigen, feinerstofflichen Umgebung eine Art Morast, in dem wir schnell untergehen können, da diese Art des Umgangs mit den Medien uns müde und träge macht. Wir treten damit aus der naturgesetzlich notwendigen Bewegung heraus – äußerlich, aber vor allem auch innerlich – und identifizieren uns mehr oder weniger mit dem gespielten Erleben der Schauspieler.

Nicht zuletzt kann dann noch der Inhalt fragwürdiger Filme, seien es nun Sexualität, Gewalt, Menschenverachtung oder anderes, unsere Gedankenwelt vergiften und zu problematischen Hängen führen. Aber auch eher harmlose Filme können zur Kompensation nicht gelebter eigener Erlebnisinhalte führen. Nehmen wir als Beispiel einige Film-Genres auf der Grundlage der bisher besprochenen Zeichen, die bei nicht oder falsch gelebten Inhalten eine besondere Zugkraft ausüben könnten:

• Widder: Action-, Kriegs- und Gewaltfilme, Krimis

• Stier: das Leben der Schönen und Reichen, Mode und Boulevard

• Zwillinge: Talk-Shows, Filme mit witzigen, schlagfertigen, beliebten und begehrten Darstellern

• Krebs: Sentimentale Liebesromanzen, illusionistische Heimatfilme

• Löwe: Freiheit und Abenteuer, Wildwest- und Agentenfilme

• Jungfrau: Filme, die eine Anpassungsnotwendigkeit in irgendeiner Art außer Kraft setzen.

Ein weiteres bedeutendes Themenfeld hängt nicht nur mit dem Zwillings-, sondern auch mit dem Waagezeichen zusammen: der Gebrauch der Sprache! Durch sie pflegen wir ja vorwiegend den Austausch mit anderen Menschen, sie öffnet uns ein Stück weit das Tor zur Welt!

Idealerweise sollte im Krebszeichen, als dem vorherigen kardinalen Prinzip, zwischen uns Menschen ein Vertrauensverhältnis aufgebaut worden sein, das uns ermöglicht, offen und verständnisvoll aufeinander zuzugehen. Auf dieser Grundlage wäre nun im Waageprinzip mit unseren überwiegend ausdrucksstarken und hochentwickelten Sprachen ein lebendiger Austausch möglich, über den wir unsere Mitmenschen, ihre Ansichten und Handlungstriebfedern immer besser und klarer verstehen könnten. Das würde uns gegenseitig immer näher bringen und das bereits aufgebaute Vertrauen und Verständnis weiter vertiefen.

Wie wir alle wissen, ist leider vorwiegend das Gegenteil eingetreten! Wir haben unsere Worte nicht vertrauenbildend und heilend, sondern zu oft verletzend und damit misstrauenbildend verwendet.

Der zersetzende Gebrauch der Sprache im zwischenmenschlichen Umgang ist daher eine der am leichtesten erkennbaren Formen der aktiven Verletzung des Waageprinzips, während das schon angesprochene Abtauchen in virtuelle Scheinwelten die Grenzen zwischen aktiver und passiver Verbiegung des Waageprinzips eher verschwimmen läßt; denn das pausenlose Schreiben von SMS und die Kontaktaufnahme zu unglaublich vielen „Freunden“ ist einerseits natürlich ein aktiver Vorgang, die damit aber oft verbundene Flucht in Oberflächlichkeit und Traumwelten wiederum eine passive Handlung.


Die gehemmte Form: Scheu und Verbitterung

Die gehemmte Form zeigt sich darin, daß sich der betreffende Mensch zu schwach zum Austausch und zur Auseinandersetzung mit den Mitmenschen fühlt. Er meidet dann den Kontakt zu ihnen, wodurch aber die wichtigen belebenden Einflüsse fehlen, was nach und nach zu Menschenscheu, Einsamkeit und Starrheit führen kann. Zuletzt kann dann eine ausgeprägte Verbitterung eintreten, wenn man den Grund für die eigene Isoliertheit nicht bei sich selbst, sondern bei den Mitmenschen sucht, die sich „zu wenig um einen gekümmert haben“.


Lösungsansatz: Wachsamkeit und Wohlwollen

Machen wir uns immer wieder bewusst, dass das Waageprinzip ununterbrochen gleichzeitig auf zwei Wegen läuft, dem „Ich zum Du“ und dem „Du zum Ich“, und daß dieser ständige Fluss über den Kontakt nach außen überhaupt erst unsere Entwicklung und Reifung ermöglicht. Dann wird die Hauptaufmerksamkeit, die wir dem Waageprinzip in uns schenken sollten, schnell klar: Es geht um die Einflüsse, die wir nach außen geben, und um die, die wir in uns hineinlassen, damit sie uns prägen. Bei keinem anderen Prinzip müssen wir derart wachsam sein wie bei der Waage, dass wir uns möglichst nur noch auf aufbauende und fördernde Einflüsse einlassen und auch Derartiges selbst herausgeben!



Der ins Zeichen Waage eintretende Aszendent (AC) mit dem herrschenden Planeten Venus




Dabei spielt die Sprache eine große Rolle, indem wir uns bemühen, sie nur noch fördernd, heilend und klärend zu verwenden und außerdem darauf achten, daß wir den Ruf unserer Mitmenschen nicht untergraben, keine unberechtigten Forderungen an sie stellen und bei Auseinandersetzungen immer unseren eigenen Anteil daran anerkennen. So entsteht nach und nach eine friedfertige Gesinnung, die Vertrauen aufbaut und den von Natur aus gewollten partnerschaftlichen Umgang miteinander fördert. Ein schönes englisches Sprichwort passt gut zum aufbauenden Waageprinzip: „Das ist ein wahrer Freund, der hinter Deinem Rücken … gut von Dir spricht!“

Die fortgeschrittene Waage ist in hohem Grad zum Altruismus fähig, allerdings ohne sich ausnutzen zu lassen. Mit charmantem und warmherzigem Wesen hat sie zu vielen verschiedenartigen Menschen Zugang und ist Meisterin im Vermitteln zwischen gegensätzlichen Standpunkten. Sie kann sie selbst gut nachvollziehen und in vielen Fällen Brücken schlagen, indem sie Gemeinsamkeiten und das Verbindende darin sucht. In dieser Tätigkeit findet sie viel Freude und innere Erfüllung. Durch kultiviertes, hoheitsvolles Auftreten und Verhalten schafft sie eine Atmosphäre, die auch etwas gröbere Naturelle zu gesitteterem Benehmen bringt. Insgesamt wirkt sie verständnisfördernd und friedenstiftend.


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